Kleinkörper

Geschrieben am 18.09.2006 von Conni Kreißl

Die Kleinkörper sind seit dem 24. August 2006 eine neudefinierte Himmelskörperklasse. Zu ihnen gehören Asteroiden, Planetoiden, Meteoroiden, Kometen und andere Objekte welche die Sonne direkt umkreisen und dabei nicht genügend Masse besitzen, um sich durch ihre eigene Schwerkraft zu einer fast kugelförmiger Gestalt zusammenziehen. Ihnen fehlt also das hydrostatische Gleichgewicht, welches ein Gleichgewicht zwischen der Gravitation, die einen festen Körper nach unten zieht und dem Auftrieb, der den Körper aus der Flüssigkeit nach oben zu heben versucht darstellt.
Das erklärt auch warum Planeten und Zwergplaneten nicht zu den Kleinkörpern zählen, denn sie besitzen eine ausreichende Masse für ein hydrostatisches Gleichgewicht. Andererseits gehören auch die Monde der Planeten nicht zu den Kleinkörpern, weil diese die Sonne nicht direkt umkreisen.
Die Kleinkörper an sich unterscheiden sich hauptsächlich größtenteils durch ihre Größe, ihre stoffliche Zusammensetzung und die Bereiche des Sonnensystems in denen sie vorkommen und sie kommen in einer Vielzahl in unserem Sonnensystem vor. So klafft beispielsweise zwischen Mars und Jupiter eine größere Lücke in deren Mitte Tausende kleinerer und auch größerer Felsbrocken um die Sonne herum kreisen und die man heute üblicherweise den Asteroidengürtel nennt. Neben diesen gibt es allerdings noch Kometen und Meteore, welche am irdischen Himmel oft als Sternschnuppen zu sehen sind, wenn sie in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Und neben dem schon erwähnten Asteroidengürtel gibt es in unserem Sonnensystem auch noch den Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn mit unzähligen weiteren Kleinkörpern.
Zu den größeren Kleinkörpern gehören die Asteroiden und Planetoiden, deren Anzahl in unserem Sonnensystem auf 50.000 geschätzt wird. Manche von ihnen kommen der Erde sehr nahe, die meisten befinden sich jedoch zwischen Mars und Jupiter. Es gibt nur zirka 200 Asteroiden bzw. Planetoiden mit Durchmessern von über 100 Kilometern, aber dafür etliche Tausende mit kleineren Durchmessern. Trotzdem ist ihre Gesamtmasse in unserem Sonnensystem wesentlich kleiner als die Masse des Mondes. Die meisten dieser Objekte drehen sich alle fünf bis 20 Stunden einmal um ihre eigene Achse und entstanden sind sie höchstwahrscheinlich größtenteils aus Materie, welche sich zur Zeit der Planetenbildung nicht zu einem Planeten formen konnte, da dies durch die Gravitationskraft des Jupiters verhindert wurde. Andere wiederum sind vermutlich aus kleinen Teilstücken zertrümmerter Planetoiden entstanden, die nach Kollisionen übrig blieben.
Gleich danach folgen die Kometen die sich in die zwei verschiedenen Kategorien periodische und nichtperiodische Kometen einteilten lassen. Wobei mit periodischen solche Kometen gemeint sind die man mit einer bestimmten Regelmäßigkeit beobachten kann, da sie die Sonne in Zeiträumen zwischen 3,3 und 150 Jahren auf einer elliptischen Bahn umkreisen. Während mit nichtperiodischen solche Kometen gemeint sind die bisher nur einmal gesichtet wurden, weil ihre Umlaufzeit viel zu groß oder parabolisch ist. Alle Kometen egal zu welcher Kategorie sie gehören bestehen hingegen aus einem festen Kern, der sich wahrscheinlich aus Gesteinsbrocken zusammensetzt die mit gefrorenem Wasser, Ammoniak, Methan und Staub durchsetzt sind. Sie haben einen Durchmesser der zwischen einem und hundert Kilometer groß sein kann und verdampfen wenn sie der Sonne zu nahe kommen teilweise, wodurch eine neblige Wolke bzw. ein Schweif entsteht, die man Koma nennt und der bis zu 100 Erddurchmesser groß sein kann.
Aber auch Meteore sind Kleinkörper. Sie dringen gelegentlich in die Lufthülle der Erde ein und verglühen durch die Reibung an der Atmosphäre. Manche von ihnen bestehen aus einem leuchtenden Kopf, an dem ein kometenähnlicher Lichtschweif hängt und andere explodieren sogar am Himmel, wobei ein Donner wahrzunehmen ist. Sie treten größtenteils vereinzelt als Sternschnuppen auf und nur ausnehmend selten in Gruppen, die man dann als Meteoritenschauer bezeichnet.
Dazu kommen noch die Meteoriten, welche Kleine feste Körper sind die in die Atmosphäre bzw. in das Schwerefeld der Erde, eines anderen Planeten oder des Mondes eindringen und nicht vollständig verglühen, so das Reste von ihnen auf dem Himmelskörper auftreffen. Sie sind wahrscheinlich Überreste von Asteroiden und lassen sich in die zwei Gruppen Eisen- und Steinmeteoriten einteilen. Wobei Eisenmeteoriten vorwiegend aus annähernd 90 % Eisen, 9 % Nickel und 0,6 % Kobalt sowie Spuren aus Phosphor, Kohlenstoff, Kupfer und Schwefel bestehen, während Steinmeteoriten hauptsächlich aus Silikatgestein aufgebaut sind. Sie können winzig klein sein und nur wenige Gramm wiegen oder riesengroß mit einem Gewicht von Hunderten Tonnen.
Zum Schluss soll auch die Interplanetare Materie nicht unerwähnt bleiben, denn auch sie zählt zu den Kleinkörpern und das obwohl sie nur ein Sammelbegriff für die sehr kleinen Teilchen, Gase, freien Elektronen, Protonen, Ionen und Atome ist die zwischen der Sonne und den Planeten herumschwirren. Diese Materie hat eine mittlere Dichte die ausgesprochen verschwindend gering ist. Zu ihr gehört der interplanetaren Staub, der hauptsächlich aus sehr kleinen Teilchen mit Durchmessern zwischen 0,001 bis 0,1 Millimeter besteht und das interplanetare Gas, das aus ionisiertem Wasserstoff sowie Heliumkernen besteht, die sich mit einer Geschwindigkeit von 400 bis 500 km pro Sekunde von der Erde entfernen. Dieses Material stammt teilweise aus den Sonnenwinden und ist meist eng mit dem Plasmastrom der Sonne verbunden, trotzdem ist es nur selten bemerkbar und so gut wie nicht sichtbar.