Kometen

Geschrieben am 18.09.2006 von Conni Kreißl

Kometen sind Himmelskörper, die zur neudefinierten Klasse der Kleinkörper gehören und mitunter auch als Haar- oder Schweifsterne oder etwas abfällig schmutziger Schneeball genannt werden.
Sie umlaufen die Sonne erfahrungsgemäß größtenteils auf sehr exzentrischen Bahnen und bestehen aus festen und gasförmigen Teilchen bzw. aus einem festen Kern, der aus Staub und Gesteinsbrocken sowie aus gefrorenem Kohlenmono- und dioxid, Ammoniak, Methan und Wassereis aufgebaut ist.
Ihr Durchmesser schwankt zwischen einem und einhundert Kilometern, was sich allerdings im laufe eines Kometendaseins ändert. Denn sobald ein Komet der Sonne zu nahe kommt bzw. in das mittlere Sonnensystem eindringt, erhitzt sich dessen Oberfläche, wodurch die gefrorene Materie direkt zu Gas verdampft. Damit entwickelt sich um den Kern die Koma die überwiegend aus winzigen Molekülen von Kohlen-, Sauer-, Wasser- und Stickstoff besteht. Diese Koma bildet zusammen mit dem Kern den Kometenkopf und kann einen Durchmesser von 50.000 bis 150.000 km. Es wurden aber auch schon vereinzelt welche mit einer Größe über 1.000.000 km entdeckt.
Das auffälligste Kennzeichen eines Kometen ist jedoch sein Schweif der manchmal auch Plasmaschweif genannt wird und der um so größer wird um so näher der Komet der Sonne kommt, da der Sonnenwind der Koma fortwährend Gaspartikel entreißt und diese dann mit einer Geschwindigkeiten von über 500 km/s ins All hinaus fegt. Wodurch der Schweif sogar mehrere Millionen Kilometer lang werden kann und in einzelnen Fällen sogar 300 Millionen Kilometer beträgt.
Der manchmal sichtbare kleinere und leicht gekrümmte zweite Schweif, der vereinzelt auch Staubschweif genannt wird, entsteht stattdessen durch winzige Staubpartikel die aus dem Kometenkopf mit wesentlich geringerer Geschwindigkeit herausgeblasen werden. Der Komet Hale-Bopp hat beispielsweise solch einen bemerkenswert gut erkennbaren zweiten Schweif. Extrem selten und nur bei besonderen Bahnkonstellationen vorkommend ist hingegen der sogenannte Gegenschweif, der eigentlich nur ein geometrischer Projektionseffekt ist und kein eigenständiger Schweif. Er entsteht wenn sich die Erde zwischen Sonne und Komet hindurchbewegt, wodurch ein Stück des Staubschweifs bedingt durch seine Krümmung, scheinbar über den Kometenkopf hinausragt.
Es gibt allerdings auch Kometen, die der Sonne derart nahe kommen das sie zeitweilig sogar in die Sonnenkorona eintauchen. Wobei ihr sonnennächster Punkt weit unter 1,5 Millionen Kilometern liegt, weshalb man sie oft Sungrazer, Sonnenstreifer oder Sonnenschrammer nennt. Dabei kann es vorkommen, das sie in mehrere Teile gespalten werden, welche dann parallel auf fast der selben Umlaufbahn weiter fliegen.
Ihre Gasdichte in der Koma beträgt erfahrungsgemäß ungefähr 10.000 bis 1.000.000 pro cm³, was annähernd einem tausendstel der Dichte entspricht, die im hochwertigsten heute herstellbaren Hochvakuum herrscht. Deswegen würde auch keine Gefahr bestehen, wenn einmal ein Schweif zufällig die Atmosphäre der Erde oder sogar in die Koma eines Kometen eindringen würde.
Kometen sind höchstwahrscheinlich genau wie die Asteroiden und Meteoroiden Überreste der Planetenentstehung, die durch Gravitationsstörungen anderer Sterne ins innere des Sonnensystems geschleudert wurden. Sie verlieren bei jedem Sonnenumlauf einiges an Masse und haben daher nur eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 100 Umläufen bis sie schließlich zerfallen.
Jedes Jahr werden heutzutage 30 neue Kometen entdeckt die dann von der Internationalen Astronomischen Union nach dem jeweiligem Entdecker benannt werden und einen Zusatz erhalten der das Entdeckungsdatum und die Reihenfolge der Entdeckungen innerhalb des Halbmonats preisgibt. Dazu kommt noch einer von fünf Buchstaben, der ausführlichere Daten zu den schwierig zu berechnenden Kometenbahnen enthält. So steht das P für einen periodischen Kometen mit einer Umlaufzeit bis zu 200 Jahren, bei dem mindestens zwei Periphelpassagen beobachtet wurden. Das C für einen nichtperiodischen Kometen mit einer Umlaufzeit die größer als 200 Jahre ist und das X für einen Kometen dessen Umlaufbahn nicht bestimmt werden kann. Das D hingegen für einen periodischen Kometen der verloren ging oder nicht mehr existiert und das A für einen Kometen der später als Kleinplanet entlarvt wurde. Wobei ein periodischer Komet einer ist den man mit einer gewissen Regelmäßigkeit beobachten kann, da er die Sonne in Zeiträumen zwischen 3,3 und 150 Jahren auf einer elliptischen Bahn umkreist. Wohingegen ein nichtperiodischer bzw. ein aperiodischer Komet einer ist der bisher nur ein einziges mal gesichtet wurde, da seine Umlaufzeit viel zu groß oder parabolisch ist.
Obwohl man Kometen als spektakuläre Leuchterscheinungen sehen kann, sind ihre Kerne ironischerweise die schwärzesten Objekte des Sonnensystems, die noch wesentlich dunkler sind als beispielsweise Asphalt, der ungefähr 7 % des Lichts reflektiert.
Früher bzw. im Altertum und dem Mittelalter hielt man Kometen für Schicksalsboten oder Zeichen der Götter und selbst Philosophen Aristoteles und Ptolemäus sahen Kometen noch als Ausdünstungen der Erdatmosphäre an. Erst der Astronom und Mathematiker Johannes Müller, genannt Regiomontanus erkannte in ihnen erstmals selbständige Himmelskörper bzw. Kometen.