Planet Mars

Geschrieben am 23.09.2006 von Conni Kreißl

Der Mars ist in unserem Sonnensystem erstens der erdähnlichste Planet, zweitens der vierte Planet von der Sonne aus gesehen und drittens der siebtgrößte Planet. Er umkreist unsere Sonne auf einer rund 227.940.000 Kilometer entfernten Umlaufbahn, womit sein Abstand zur Sonne ungefähr 1,52 Astronomische Einheiten beträgt. Damit dauert ein Marsjahr 20 Monate und ein Marstag 24 Stunden 37 Minuten und 22 Sekunden.
Er besitzt einen mittleren Durchmesser von 6.794 km, eine Masse von zirka 6,4285 · 1023 kg, eine mittlere Dichte von 3,933 g/cm 3 und seine Oberflächentemperatur schwankt zwischen -140 bis + 27 Grad Celsius. Seine Umlaufbahn ist stark elliptisch, weshalb er sehr extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, die am sonnennächsten Punkt der Marsoberfläche bis zu 30 ° Celsius betragen können, was logischerweise kolossale Auswirkung auf das gesamte Marsklima hat.
Obwohl der Mars eigentlich viel kleiner ist als die Erde, hat er trotzdem eine Oberfläche die in etwa so groß wie die Landfläche der Erde ist. Der größte Teil der Marsoberfläche ist sehr alt und mit zahlreichen Kratern übersäht, aber es gibt auch wesentlich jüngere Gebiete mit Tälern, Bergkämmen, Hügeln und Ebenen. Außerdem besitzt er die interessantesten und abwechslungsreichsten Landstriche aller terrestrischen Planeten, die teilweise sogar absolut spektakulär sind und denen auf der Erde in nichts nachstehen, ja sie eher sogar übertreffen. Auf ihm befindet sich der höchste und größte Berg im Sonnensystem der sich 24 km über die Marslandschaft erhebt, eine Grundfläche von 500 km im Durchmesser aufweist und rechts von einer 6 km hohen Klippe eingerahmt wird. Weswegen dieser Berg auch Olympus Mons getauft wurde. Auf dem Mars existiert ein grandioses System aus Schluchten, welches 4.000 km lang und zwischen 2 und 7 km tief ist und Valles Marineris genannt wird. Auf ihm befindet sich eine gewaltige Ausbuchtung von 4.000 km Ausdehnung und 10 km Höhe die unter dem Namen Tharsis bekannt ist. Sowie ein riesiger Einschlagskrater auf der Südhalbkugel, der Hellas Planitia, der über 6 km tief und mit einem Durchmesser von über 2000 km geradezu gigantisch ist. Dazu kommt noch das auch der Mars dauerhafte Eiskappen an beiden Polen besitzt, nur das sie bei ihm aus Wassereis, festem Kohlendioxid bzw. Trockeneis und aus unterschiedlichen Konzentrationen dunklen Staubs bestehen.
Von seinem Inneren ist zwar nicht soviel bekannt wie über seine Oberfläche, doch es besteht nach Expertenmeinung wahrscheinlich aus einem dichten festen Kern aus Schwefel, Eisen und Eisensulfid von ungefähr 1.700 km Durchmesser, welcher von einem flüssigen felsigen Mantel umgeben ist, der wiederum von einer dünnen Kruste umhüllt wird.
In seiner Frühgeschichte war der Mars der Erde mutmaßlich sehr ähnlich, nur das bei ihm fast das gesamte Kohlendioxid bei der Entstehung der karbonischen Felsen aufgebraucht wurde, welches wegen der fehlenden Plattentektonik nicht wieder freigesetzt werden konnte. Damit fiel der nötige Treibhauseffekt weg und er blieb kühler als die Erde.
Trotzdem besitzt der Mars eine Atmosphäre, die ist allerdings sehr dünn und besteht nur aus einem verschwindend geringen Anteil des ursprünglichen Kohlendioxids mit einem geringen Zusatz an Stickstoff, Argon, Methan sowie Spuren von Sauerstoff und Wasser. Aus diesem Grunde beträgt der Luftdruck auf ihm auch durchschnittlich nur sieben Millibar, was weniger als 1% des irdischen Luftdrucks entspricht. Dafür variiert er allerdings stark, so beträgt er 9 Millibar im tiefsten Tal und 1 Millibar am Gipfel von Olympus Mons. Aber gerade dadurch ist er stark genug um kräftige Winde und beträchtliche Sandstürme auszubilden, die dann und wann für Monate den gesamten Planeten verschlingen.
Auch der Mars besitzt Magnetfelder, diese sind groß und etwas schwach ausgeprägt. Diese befinden sich in verschiedenen Gegenden und geben wichtige Hinweise auf die Struktur des Marsinneren sowie über die Entwicklung seiner Atmosphäre.
Wegen seiner Bahneigenschaften überholt er die Erde auch durchschnittlich alle 779 Tage, was zwischen 764 und 811 Tagen je nach Standort schwankt. Besonders gut zu beobachten ist er aber, wenn Sonne, Erde und Mars in einer Linie befinden, da Mars dann von der Erde aus gesehen in Opposition zur Sonne steht und dann überraschend hell am Nachthimmel leuchtet.
Aufgrund seiner orange- bis blutroten Färbung wurde er in einigen Kulturen mit den Göttern des Krieges in Verbindung gebracht. Wobei er diese rötliche Farbe dem Eisenoxid-Staub verdankt, der sich auf seiner Oberfläche und in seiner Atmosphäre befindet.
Der Mars besitzt zwei kleine, unregelmäßig geformte, eher kartoffelförmige Monde, welche Phobos und Deimos genannt werden, was im griechischen auch Furcht und Schrecken heißt. Diese beiden sind möglicherweise ehemalige Asteroiden, die vom Mars eingefangen wurden als er noch eine dichtere Atmosphäre hatte.
Er ist einer der außergewöhnlichsten Planeten die wir kennen und bewegte die Menschheit von alters her. So wurde er von den alten Ägyptern meist „Horus der Rote“ genannt, da er sich während seiner Oppositionsschleife bzw. Planetenschleife zeitweise rückläufig bewegt, so das man damals meinte er wandere rückwärts.
Er gehört er zu den wenigen Planeten welche der Mensch schon ausführlicher untersuchte. So besuchte ihn die erste Sonde Mariner 4 bereits 1965, welcher später noch verschiedene andere folgten wie die Mars 2, die sogar auf ihm landete, genau wie die Viking Bodensonden 1976, denen erst 1997 der Lander Pathfinder folgte.