Planet Saturn

Geschrieben am 30.09.2006 von Conni Kreißl

Der Saturn ist, durch sein prächtiges Ringsystem, der faszinierenste und auffälligste Planet, und dazu auch noch der sechste und zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem bzw. der zweite Gasplanet.
Er umkreist die Sonne auf einer 1.429.400.000 km entfernen, sehr elliptischen Umlaufbahn, was annähernd 9,54 Astronomischen Einheiten entspricht. Weswegen er für einen einzigen Umlauf um die Sonne 29 Jahre 166 Tage 22 Stunden 6 Minuten und 33 Sekunden benötigt. Während ein Tag durch seine rasante Rotation bei ihm gerade einmal 10 Stunden und 39 Minuten dauert.
Vom Volumen her ist er fast so groß wie Jupiter, aber seine Masse liegt nur bei 5,6846 1026 kg, sein mittlerer bzw. äquatorialer Durchmesser bei 120.5365 km und sein Poldurchmesser bei 108.728 km. Wodurch er 95,16 mal mehr wiegt als die Erde und annähernd 9,14 mal so dick ist wie sie. Er hat eine mittlere Dichte von 0,687 g/cm3, wodurch er theoretisch auf dem hier bekannten Wasser mit seiner Dichte von 1 schwimmen müsste, eine durchschnittliche Atmosphärentemperatur von -176.15° Celsius und eine Innentemperatur von knapp 15.000° Celsius
Wobei auch sein Magnetfeld wegen der extrem geringen Dichte nur die 5%ige Stärke vom Jupiter aufweist und damit noch erheblich schwächer als das auf der Erdoberfläche ist. Außerdem gibt es auf diesem Gasriesen, anders als bei all den andern bekannten Planeten, definitiv keine klare Trennlinie zwischen der Oberfläche und der Atmosphäre, denn bei ihm gehen die flüssigen Substanzen irgendwo auf halber Strecke ganz allmählich in gasförmige über. Seine Atmosphäre setzt sich aus 96.3 % Wasserstoff, 3.25 % Helium, aus Spuren von Methan, Ammoniak, Ethan, Deuterium und aus Aerosolen wie Ammoniakeis, Wassereis und Ammoniakhydrosulfiden zusammen. Während sein Körper aus einem anscheinend flüssigen Eisenkern besteht, über dem eine dicke Schicht aus flüssigem Wasserstoff liegt, die langsam in die Wasserstoff-Helium-Atmosphäre übergeht. Seine eher detailarme und gelblich-braune Wolkendecke enthält dagegen überwiegend gefrorene Ammoniakkristalle.
Trotzdem toben auch auf dem Saturn sehr heftige Stürme und die Windgeschwindigkeiten von teils 1600 km/h, welche über seinen gewaltigen Wasserstoff-Ozean hinwegstürmen sind teilweise sogar höher als die auf dem Jupiter.
Dazu kommt das auch er doppelt soviel Energie abstrahlt als er von der Sonne erhält, wofür es allerdings bis heute noch keine plausible Erklärung gibt und das er mit seinen nur einen Zehntel kleineren Polarzonen als die Äquatorialzone, der am meisten abgeplattete Planet in unserem Systemsystem ist.
Sein eindrucksvolles Ringsystem besteht aus mehreren Einzelringen, die sich aus zahllosen Eisklumpen und Felsbrocken, von der Stärke eines Staubkorns bis zu mehreren Kilometern Größe, zusammensetzen. Der Durchmesser dieser Ringe beträgt zirka 280.000 km und ihre Dicke nur ungefähr 100 Meter. Sie besitzen keine Namen sondern werden mit Buchstaben gekennzeichnet, das heißt von außen angefangen mit A bis zum inneren Ring F. Zwischen diesen Ringen, welche den Saturn auf ganz runden Bahnen umkreisen, gibt es allerdings noch Teilungen in denen sich die kleineren Saturnmonde befinden. Durch diese Ringe flog einst die Sonde Pioneer 11 hindurch, um zu erkunden aus welchem Material sie bestehen. Diese Sonde war mehrere Jahre unterwegs und fand nur Eis und Dreck.
Der Saturn soll mindestens 30 Monde haben, wovon 18 bereits einen Namen besitzen und zwölf erst kürzlich entdeckte bislang noch unbenannt sind. Diese rotieren seltsamerweise alle außer Phoebe und Hyperion synchron. Dabei beeinflussen sich die drei Paare Mimas-Tethys, Enceladus-Dione und Titan-Hyperion gravitativ derartig, das sie ihre Verhältnisse zueinander stabilisieren. Außerdem ist die Umlaufdauer von Mimas exakt halb so lang wie die von Tethys, wodurch sie sich wie in Enceladus und Dione einer 1:2 Kopplung befinden. Während Titan und Hyperion in einem Verhältnis einer 3:4 Kopplung verweilen und Janus und Epimetheus auf zwei fast gleichen Umlaufbahnen um den Saturn umlaufen, wobei sie sich alle 4 Jahre so nahe kommen, das sie ihre Umlaufbahnen durch ihre gegenseitige Anziehungskraft tauschen. Der Titan ist allerdings der größte seiner Monde und dazu noch der zweitgrößte im Planetensystem. Zudem besitzt er als einziger in unserem Sonnensystem eine dichte Atmosphäre mit 1,5 bar Druck. Aber auch sein Mond Enceladus, welcher einen Durchmesser von rund 500 km hat, scheint ausnehmend interessant zu sein, da die Sonde Cassini auskundschaftete das er vorwiegend aus Wassereis besteht und am Südpol sogar wasserspeiende Geysire besitzt. Weshalb er wissenschaftlich gesehen ein idealer Ort ist auf dem primitives Leben möglich wäre. Dem ungeachtet sind auch die sogenannten hütenden Monde bzw. Schäfermonde zu denen unter anderem auch die Monde Atlas, Prometheus und Pandora gehören ziemlich bemerkenswert, da diese die Ringe anscheinend in ihrer Position halten.
Der Saturn erhielt seinen Namen wahrscheinlich nach dem römischen Gott des Ackerbaus, welcher entsprechend der griechische Mythologie der Sohn von Uranus und Gaia und Vater des Zeus bzw. Jupiter war.