Planet Uranus

Geschrieben am 02.10.2006 von Conni Kreißl

Der blaugraue Uranus ist der drittgrößte und der siebte Planet von der Sonne aus gesehen in unserem Sonnensystem. Er umkreist unsere Sonne auf einer 2.870.990.000 km entfernten Umlaufbahn, was rund 19,218 Astronomische Einheiten sind. Wodurch ein Uranusjahr etwa 84 Jahre dauert und ein Uranustag bzw. eine Rotationsperiode 17 Stunden 14 Minuten und 24 Sekunden lang ist. Auch dieser physikalisch mit dem Neptun vergleichbare Gasplanet gehört zu den äußeren jupiterähnlichen bzw. iovianischen Planeten und kann mitunter bei günstigen Verhältnissen mit bloßen Auge am Nachthimmel gesichtet werden.
Sein mittlerer Durchmesser liegt bei 51.118 km, sein Poldurchmesser 49.946 km und seine Masse bei annäherungsweise 8,6832 ·1025 kg. Womit er größer, jedoch auch leichter als der Neptun, aber andererseits zugleich ebenso beträchtlich kleiner wie Saturn oder Jupiter ist. Dafür beträgt seine mittlere Dichte zirka 1,32 g cm3, sein Luftdruck annähernd ein Bar und seine durchschnittliche Oberflächentemperatur zwischen schätzungsweise -197 und -220° Celsius. Diese Kälte entsteht anscheinend, weil der Uranus, im Unterschied zu den anderen Gasriesen, nicht mehr Wärme abstrahlt als er von der Sonne erhält, weshalb man annimmt das er keine eigene Wärmequelle besitzt.
Er hat vermutlich einen Kern aus Felsgestein, welcher von einem gigantischen Ozean aus Wasser, Ammoniak und Methan bedeckt wird, über den sich eine Atmosphäre aus Helium, Wasserstoff und Methan spannt, die auch Spuren von Hydrogen Deuteriden und Aerosolen wie Ammoniakeis, Wassereis, Ammonium Hydrosulfiden und Methaneis enthält. Durch diese Mischung aus Felsgestein und Gas bietet der Uranus einen nahezu strukturlosen Anblick. Zumindest konnte selbst die Sonde Voyager, auch aus der Nähe, keine größeren Strukturen ausmachen. Trotzdem soll auch er Wolkenstreifen besitzen, nur das diese außerordentlich schnell wehen und extrem fein sind.
Bemerkenswert ist auch seine gegenläufige Neigung der Rotationsachse zur Bahnebene von 97,77°, wodurch er sozusagen um die Sonne herum rollt und rückläufig rotiert. Das heißt die Achse von Uranus verläuft nahezu parallel zur Ekliptik, während die der anderen Planeten fast senkrecht zur Ekliptik stehen. Dadurch bekommen seine Polarregionen allerdings mehr Sonnenstrahlung als die äquatorialen Gegenden und die Dauer eines Sonnentages auf diesem Planeten schwankt mit Ausnahme der Äquatorialzone bis zu der Länge eines halben Uranusjahres. Diese ausgesprochen ungewöhnliche Neigung soll, wenn man gewissen Experten glaubt, durch einen Zusammenstoß mit einem größeren Himmelskörper entstanden sein, was wohl auch seinen verhältnismäßig sehr strukturlosen Anblick erklären würde. Auf alle Fälle scheint sie jedoch für sein ungewöhnliches Magnetfeld zuständig zu sein, welches nicht im Planetenmittelpunkt zentriert liegt sondern gewissermaßen um rund 60 Grad zur Rotationsachse geneigt ist.
Auch er besitzt mindestens 13 sehr feine, schwach erkennbare Ringe, welche sehr dunkel sind und sich aus verhältnismäßig großen Partikeln mit bis zu 10 Metern Durchmesser sowie aus feinem Staub zusammensetzen. Wobei die letzten zwei, welche sich weiter außerhalb befinden wesentlich breiter sind als die anderen 11. Der hellste dieser Ringe ist jedoch der Epsilon-Ring.
Uranus besitzt dem Anschein nach mindestens 27 Monde, welche im Gegensatz zu anderen Himmelskörpern im Sonnensystem, ihre Bezeichnung nicht aus der klassischen Mythologie erhielten sondern ihre Namen Werken von Shakespeare und Pope verdanken. Weswegen sie beispielsweise Cordelia, Ophelia, Bianca, Cressida, Desdemona, Juliet, Portia, Rosalind, Belinda, Miranda, Puck, Ariel, Umbriel, Titania oder Oberon heißen. All diese Monde weisen fast kreisförmige Umlaufbahnen in der Äquatorebene auf und damit einen großen Winkel zur Ebene der Ekliptik. Wobei die 5 größten, zwar keine Atmosphäre, dafür aber eine Oberfläche aus Wassereis mit Verbindungen aus Stickstoff- und Kohlenstoff, sowie klare Anzeichen für vulkanische Aktivitäten besitzen.
Diese Planet erhielt seinen Namen wahrscheinlich nach der alten griechischen Gottheit des Himmels, der Zyklopen und der Titanen, dem frühesten Götterfürsten Uranos, welcher der Sohn und Geliebte von Gaia und der Vater von Chronos bzw. Saturn war.