Planet Venus

Geschrieben am 05.10.2006 von Conni Kreißl

Die Venus ist nicht nur der Nachbarplanet der Erde, sie ist obendrein der sechstgrößte und der zweite Planet von der Sonne aus gesehen in unserem Sonnensystem. Sie umrundet unsere Sonne auf der kreisförmigsten Umlaufbahn aller Planeten mit einer Abweichung von weniger als 1 % in einer Entfernung von 108.200.000 km, was ungefähr 0,72 Astronomische Einheiten sind. Deswegen braucht sie auch 224 Tage für eine einzige Umrundung und durch ihre ausgesprochen ungewöhnliche Rotationsperiode und ihre gegenläufige Rotation dauert ein Venustag ganze 243 Tage.
Sie hat einen mittleren Durchmesser von 12.103,6 km, eine Masse von 4,869 ·1024 kg und eine Dichte von 5,204 g cm3. Damit ist sie fast so groß wie die Erde, was aber so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit dieser ist, denn ihre Temperatur liegt durchschnittlich bei 480° Celsius. Damit sie ist heiß wie die Hölle bzw. heiß genug damit Blei schmilzt und sogar heißer als der Merkur, obwohl sie doppelt so weit von der Sonne entfernt ist. Außerdem ist ihre Atmosphäre sehr giftig und ihre Oberfläche von etlichen Kratern und Vulkanen übersät. Darüber hinaus dreht sie sich, anders als die restlichen Planeten unseres Sonnensystems, genau entgegengesetzt zur Umlaufbahn der Sonne sowie in entgegengesetzter Richtung um ihre eigene Achse herum, weswegen die Sonne auf ihr im Westen auf und im Osten unter geht.
Die Venus besteht vermutlich aus einem Eisenkern von ungefähr 6.000 km Durchmesser und einem geschmolzenen Felsmantel, welcher einen Großteil des Planeten ausmacht. Wobei ihre Kruste, die viel stärker ist als bisher angenommen wurde, durch Spannungen an der Oberfläche strapaziert wird, die an etlichen kleinen Gegenden abgebaut werden, wie es ähnlich auf der Erde bei den Kontinentalplatten der Fall ist.
Sie hat einerseits kein Magnetfeld, was auf ihre langsame Rotation zurückgeführt wird und andererseits keine Monde, wofür man noch keine ordentliche Begründung fand. Dafür besitzt sie eine außergewöhnlich extrem dichte Atmosphäre, die zu 3.5 % aus Stickstoff, zu 96,5 % aus dem Treibhausgas Kohlendioxyd sowie aus Spuren von Schwefeldioxyd, Argon, Helium, Wasser, Kohlenmonoxyd und Neon besteht. Die ist so dicht, das die Sonnenstrahlen, welche es schaffen die Atmosphäre zu durchqueren, die Oberfläche der Venus auf backofenmäßige Temperaturen aufheizen. Denn die Wärmestrahlung, welche von der Oberfläche reflektiert wird, kann die kohlendioxydreiche Atmosphäre nicht mehr vollständig durchdringen und wird aus diesem Grunde zum großen Teil in der Atmosphäre gespeichert.
Überdies schmitzt ihre Oberfläche allmählich, weil in ihrem inneren Kernspaltungsprozesse ablaufen, durch die Energien freigesetzt werden, die das Planeteninnere derart aufheizen, das Experten davon ausgehen, das die komplette Oberfläche in zirka 500 Millionen Jahren vollständig geschmolzen ist.
Auf der Venus gibt es kein flüssiges Wasser, dafür bestehen die schimmernden Wolken, die meist Zeichen von Stürmen mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde sind, aus Schwefelsäure. Demzufolge gibt es auf diesem Planeten logischerweise Schwefelsäureregen und dank des hohen Luftdrucks von nahezu 90 Atmosphären auf ihrer Oberfläche, herrscht auf der Venus eine extrem lebensfeindliche Umwelt. Angesichts dieser ungesunden Verhältnisse würde ein Mensch auf der Venus kurzerhand gleichzeitig geröstet und zerquetscht noch bevor er verdurstet, weshalb Leben auf ihr mit außerordentlich großer Sicherheit vollkommen ausgeschlossen werden kann.
Trotzdem wurden bereits ein paar Sonden zu ihr geschickt, wovon die sowjetische Verena-Sonde Verena 7 im Jahre 1970 erstmals eine erfolgreiche Landung vollführte, die sie jedoch nur 23 Minuten überstand bevor vom hohen Druck zerquetscht ihren Geist aufgab. Oder die Sonde Verena 13, welche 1982 sogar 127 Minuten lang Bilder und Daten von der Oberfläche der Venus zur Erde sandte. Aber auch die europäisch-amerikanische Raumsonde Magellan, die diesen Planeten Jahre lang umkreiste, schickte viele Messdaten während sie die Venus nebenbei kartographierte.
Die Venus wurde wahrscheinlich nach der Göttin der Liebe und Schönheit benannt, weil sie im Altertum der hellste bekannte Planet am Himmel war. Da sie zu den niederen Planeten gehört, weist sie Phasen auf wenn man sie von der Erde aus beobachtet, weshalb man früher irrtümlich dachte, das sie aus zwei verschiedenen Körpern besteht. Welche man damals als Morgenstern Eosphorus und als Abendstern Hesperus bezeichnete. Heute wissen wir dies nun besser.
Die Venus ist neben Sonne und Mond der dritte Himmelskörpern in unserem Sonnensystem der hell genug ist um Schatten zu werfen. Diese schwer fassbaren, zarten, sehr schwachen Schatten wurden sogar schon fotografiert.