Vor dem Urknall

Geschrieben am 15.10.2006 von Conni Kreißl

Die leidige Frage was wohl genau vor dem Urknall passierte wird wohl so schnell niemand exakt beantworten können. Ein paar brauchbare und durchaus auch sehr plausibel klingende Theorien gibt es aber seit einiger Zeit schon.
So schrieb ein Typ aus Nordrhein-Westfalen Mitte 2006 der unter dem Synonym archeon eine ganz interessante Hypothese dazu. Darin stand das vielleicht durch das verschmelzen von Supermassiven Schwarzen Löchern das Universum zusammenfiel. Das es eventuell sein könnte, das der Kontakt zur nächsten Galaxie um so größer wird, je mehr Supermassive Schwarze Löcher miteinander verschmelzen, da es doch erwiesen zu sein scheint das sich in annähernd 2 Milliarden Jahren auch unser Schwarzes Loch mit der Andromedar Galaxie vereinigt, wodurch auch dieses wieder wächst. Womit schlussendlich ein geradezu super gigantisches Schwarzes Loch existieren würde, welches dann wieder durch einen Urknall ein neues Universum hervorbringt.
Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, das nach Einsteins Theorie die Schwerkraft dreidimensional gesehen wie ein Gitternetz fungiert, das durch schwere Körper eingedellt wird und die Schwarzen Löcher dadurch gewaltige Trichter bilden. Diese könnten dann theoretisch durch ihr verschmelzen derart große Gefälle bilden, das andere Galaxien ausgebremst würden und dadurch irgendwann mit den Supermassiven Schwarzen Löchern kollidieren müssten. Dies würde höchstwahrscheinlich solange ablaufen bis sich alle Supermassiven Schwarzen Löcher im Universum zu einem einzigen Supermassiven Schwarzen Loch vereinigt hätten, das dann möglicherweise durch einen Urknall ein neues Universum erzeugt.
Eine ganz andere aber nicht minder höchst interessante Theorie stellte dagegen die in Fachkreisen meistzitierte Hochenergiephysikerin der Welt Lisa Randall auf, indem sie behauptete das es weit mehr als drei Dimensionen gibt und unser Universum so etwas ähnliches wie eine dreidimensionale Membran ist. Diese soll frei in einem endlosen Raum schwingen, der von zwei dieser Extra-Dimensionen gebildet wird, während in der nähe ein Paralleluniversum als zweite Membran parallel zu unserer existiert, in der die Gravitation gleichermaßen stark ausgeprägt wäre wie alle anderen fundamentalen Naturkräfte. Berechnungen zufolge, die auf dieser Hypothese aufbauten stimmten die ermittelten Ergebnisse, die bei einer eventuellen Berührung dieser beiden Membranen bzw. einer Kollision erfolgen würden, ziemlich genau mit den Abläufen überein, welche nach bisherigen Erkenntnissen beim Urknall stattfanden. Wodurch dieser Variante schon wieder so etwas wie ein Fünkchen Glaubwürdigkeit anhaftet und sie daher möglichenfalls eher an der Realität dran ist.
Als dritte Theorie, die wahrlich auch nicht so übel klingt, sei auch noch die Hypothese des promovierten Astronomen Dr. Stefan Deiters hier erwähnt, die er zusammen mit einem nicht genannten anderen Physiker entwickelte. Obwohl dies eigentlich eher ein mathematisches Modell ist, da es eine perfekte Mischung aus Relativitätstheorie und Quantenphysik darstellt. Dafür benutzten sie für ihre Modellrechnung die sogenannte Schleifen-Quantengravitations-Theorie bei der die Raumzeit selbst eine atomähnliche Struktur besitzt und aus winzigen eindimensionalen Fäden besteht, was gerade in zeitlicher Nähe des Urknalls wichtig ist. Da dort das Gefüge der Fäden auseinandergerissen wird, wodurch sich die Quantennatur des Raumes offenbart, also die Gravitation plötzlich abstoßend wirkt.
Ihr entwickeltes bzw. vorberechnetes Modell ähnelt dabei dem unseren Universum, nur das ihres in sich zusammenfällt. Durch dieses schrumpfen dieses fiktiven Vorgängeruniversums, welches mit einem Kollaps verglichen werden konnte, wurde früher oder später ein Zustand erreicht bei dem die Dichte eine Größenordung erreichte, welche die Gravitationswirkung schlagartig umkehrte. Demzufolge wirkte sie von einem Augenblick zum anderen schlagartig nicht mehr anziehend sondern abstoßend. Was gewissermaßen den Urknall veranschaulicht. Zumindest in ihrem Versuchsmodell bei dem sie Einsteins kosmologische Gleichungen mit einigen geringfügigen quantenphysikalischen Änderungen benutzten, konnten sie statt eines Urknalls so etwas wie eine Quantenabstoßung beobachteten.
Selbst bei häufiger Wiederholung ihres Versuchs mit verschiedenen Parametern erhielten sie überraschenderweise mit Hilfe ihrer vorberechneten Modelle permanent ein zweites nahezu klassisches Universum vor dem Urknall.
Auch die Tatsache das es den Grundgedanken der Existenz eines Universum vor dem des unsrigen schon einmal gab, ändert nichts an dem Sachverhalt das es hierbei zum ersten mal gelang das Vorhandensein eines Vorgängeruniversums mit einem mathematischen Modell herzuleiten und dabei auch Aussagen über dessen Beschaffenheit zu machen.
Trotzdem ist auch dies noch keine hundertprozentige Erklärung, auch wenn dies der Realität wohl am allernächsten kommt. Dessen ungeachtet kann man aber dadurch immer noch nicht mit Bestimmtheit sagen was genau vor dem Urknall war.