Zwergplanet Ceres

Geschrieben am 08.10.2006 von Conni Kreißl

Der bereits seit 205 Jahren bekannte Zwergplanet Ceres umkreist unsere Sonne zwischen Mars und Jupiter im Asteroidengürtel. Er galt bis vor kurzem noch als gewöhnlicher Asteroid, nach der neuen Einteilung und aufgrund der Tatsache das er der größte Asteroid innerhalb des Asteroiden-Hauptgürtels war und dazu auch noch einen planetenartigen Aufbau besitzt, stieg er allerdings in die Kategorie der Zwergplaneten auf.
Er wurde einst von Giuseppe Piazzi, als erster Asteroiden unseres Sonnensystems entdeckt und nach der römischen Göttin des Ackerbaus, der Ehe und des Todes Ceres benannt, die zugleich auch als Gesetzgeberin gilt und die Tochter des Saturn und der Ops war. Schon der berühmte Johannes Kepler hatte in der Lücke zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter die Existenz eines größeren Objektes vermutet. Außerdem bestärkte die Auffindung der Titius-Bode-Reihe um 1772 diese Vermutung, doch erst Piazzi gelang seine Entdeckung und das auch noch zufällig während einer Überprüfung des damaligen Sternkataloges in der Neujahrsnacht 1801.
Dieser nahezu kugelförmige Brocken hat wahrscheinlich einem mittleren Durchmesser von zirka 1032 km, obwohl manche seinen Durchmesser auch mit 975 · 909 km angeben. Seine Masse liegt vermutlich bei 9,35 · 1020 kg, seine mittlere Dichte bei nahezu 2,077±0,036 g/cm3 und durch seine ziemlich schnelle Rotationsperiode dauert ein Tag bei ihm gerade einmal 9 Stunden 4 Minuten und 30 Sekunden. Seine durchschnittlich Oberflächentemperatur beträgt mutmaßlich zirka -106° Celsius und Monde besitzt er anscheinend keine. Dafür existieren aber Anzeichen dafür, das er zumindest zeitweise über eine eigene Atmosphäre verfügt, die möglicherweise durch Aufheizung des Asteroiden entsteht.
Ceres bewegt sich fast genau in der Mitte des Asteroiden-Hauptgürtels, in einem mittlerem Abstand von annähernd 2,77 Astronomischen Einheiten, weswegen er für eine Umrundung der Sonne etwa 1.682 Tage benötigt. Diese Umlaufbahn ist um rund 10,6° gegen die Ekliptik geneigt und seine Bahnexzentrizität liegt bei 0,080.
Er ist nicht nur das größte sondern auch das massenreichste Objekt des Asteroidengürtels, denn er vereinigt etwa 30 Prozent der Gesamtmasse dieses Gürtels in sich. Trotzdem hat Pluto 14-mal mehr Masse als Ceres.
Ceres besitzt eine äußerst kohlenstoffreiche Oberfläche, die verhältnismäßig gleichmäßig von pulverigem Regolith bedeckt ist und demzufolge sehr dunkel bzw. dunkeltürkisfarben erscheint. Dieses Regolith ist eine mehr oder weniger starke Mischung aus zermahlenem und zerbrochenem Gestein und erstarrten Gesteinsschmelzen.
Außerdem ist die Oberfläche von Ceres teilweise verhältnismäßig uneben bzw. hügelig. So erhielt beispielsweise ein besonders dunkler Fleck mit einem Durchmesser von etwa 250 km, zu Ehren des Entdeckers von Ceres den Namen Piazzi, während ein besonders heller Fleck mit rund 400 km Durchmesser noch unbenannt blieb.
Das Innere von Ceres besteht höchstwahrscheinlich aus einem steinigen Kern mit Zusätzen aus Silikaten und Metallen sowie aus einem Mantel und einer Kruste aus einigen leichteren Mineralien und reinem Wassereis. Wegen dieses Aufbaus wird er von manchen Experten auch als Planetenembryo bezeichnet, der durch den Schwerkraft-Einfluss des Jupiter am Wachstum gehindert wurde. Messungen zufolge er aus beinahe 17 bis 27 Gewichtsprozent aus klarem Wasser bestehen, weswegen die Süßwassermenge auf Ceres unterdessen auf etwa das fünffache der auf der Erde verfügbaren Süßwasservorräte geschätzt wird.
Um mehr über diesen bislang noch wenig bekannten Zwerg zu erfahren soll die Raumsonde Dawn, deren voraussichtlicher Start nach Angaben der NASA am 20. Juni 2007 sein soll, im August 2016 Ceres erreichen, um dort in eine Umlaufbahn einzuschwenken und diesen von da aus mehrere Monate lang erkunden.