Zwergplanet Eris

Geschrieben am 07.10.2006 von Conni Kreißl

Der zum Kuipergürtel gehörende Zwergplanet Eris, war bis vor kurzem noch unter dem provisorischen Namen 2003 UB313 bekannt und erhielt bei seiner Entdeckung ursprünglich den Namen Xena. Da sein Entdecker Michael Brown vom California Institute of Technology ein Fan der Kriegerprinzessin aus der gleichnamigen US-Fernsehserie ist, doch Xena konnte sich genauso wenig durchsetzten wie es Eris nicht vollbrachte Pluto seinen Platz als neunten Planet streitig zu machen.
Doch der Name Eris scheint durchaus auch passender, da dies der Name der griechischen Gottheit von Chaos und Zank ist und gerade Eris für die Degradierung des Planeten Pluto verantwortlich ist. Obwohl nicht nur Professor Michael E. Brown vom California Institute of Technology in Pasadena, sondern auch Chadwick A. Trujillo vom Gemini Observatory auf Hawaii sowie David Lincoln Rabinowitz von der Yale University in New Haven Connecticut, an seiner Entdeckung beteiligt waren.
Kurz nach seiner Auffindung wurde er auch noch als Zehnter Planet betitelt, diesen Status konnte er aufgrund der neuen Richtlinien aber nicht rechtfertigen, so das er nun genau wie Pluto auch zu den Zwergplaneten zählt. Außerdem ist er der größte gegenwärtig bekannte Zwergplanet in unserem Sonnensystem, da er einen gewissermaßen hundert Kilometer größeren Durchmesser hat als unser altbekannter Pluto. Dazu kommt das nun nicht nur Pluto, welcher seit seinem Verlust des Planetenstatus den Doppelnamen 134340 Pluto im Verzeichnis der Internationalen Astronomischen Union trägt, sondern ebenso Eris dieses Privileg zuteil wurde. Denn dieser ist neuerdings unter der Nummer als Kleinplanet 136199 Eris registriert.
Er befindet sich gegenwärtig auf einer stark exzentrischen und geneigten Umlaufbahn, die 14.900.000.000 km von der Sonne entfernt ist und damit meist bei etwa 97 Astronomischen Einheiten verweilt. Dadurch braucht er für einen Sonnenumlauf etwa 560 Jahre, steht jedoch zeitweilig mit seiner mitunter auch 37,8 AE betragenden Entfernung näher an der Sonne als Pluto dessen Entfernung meistens bei zirka 49 AE liegt. Sein mittlerer Durchmesser liegt nach neuesten Messungen bei 2400 ± 100 km und seine mittlere Dichte ist gleichermaßen wie seine Masse leider noch nicht ermittelt worden. Dafür wurde aber bereits ein etwa 60 mal kleinerer Begleiter von Eris entdeckt, welcher ihn offenbar in zwei Wochen einmal umrundet, dessen Umlaufbahn aber erst vermessen werden muss. Anhand dieser Messdaten könnten dann möglicherweise auch wichtige und entscheidende Erkenntnisse über die Masse von Eris gewonnen werden. Dieser am 10. September 2005 vom gleichen Team entdeckte Mond bekam den Namen Dysnomia, die in der griechischen Mythologie die Tochter von Eris und gleichzeitig auch der Dämon der Ungesetzlichkeit ist. Er scheint einen höheren Eisanteil als Eris zu haben, denn seine Reflexion ist scheinbar größer. Die genaue Zusammensetzung des Brockens muss allerdings noch analysiert werden.
Eine Besonderheit ist auch die um 44° geneigte Bahn von Eris gegenüber der Ekliptik, was für ein Objekt seiner Größe außerordentlich ungewöhnlich ist und von Experten auf einen eventuellen gravitativen Einfluss Neptuns zurückgeführt wird.
Eris soll aus 70 Prozent Gestein, fast 30 Prozent gefrorenem Wasser und kleineren Spuren von gefrorenem Methan bestehen, was aber bislang noch nicht bestätigt werden konnte. Andererseits würde er mit dieser Zusammensetzung dem Pluto und dessen Mond Charon ziemlich ähneln. Demgegenüber könnte er infolgedessen auch eine dünne Atmosphäre aus Stickstoff, Methan oder Kohlenmonoxid besitzen, aber auch das konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden.
Die Oberflächentemperatur von Eris wird auf etwa −242° Celsius geschätzt, da er scheinbar kaum nennenswerte innere Energiequellen besitzt, womit er nichtsdestoweniger auch noch deutlich kälter als Pluto sein dürfte.