Zwergplanet Pluto

Geschrieben am 09.10.2006 von Conni Kreißl

Der Zwergplanet Pluto mit dem Kleinplaneten Doppelnamen 134340 Pluto ist das populärste Objekt des Kuipergürtels. Er galt bis zum 24. August 2006 noch als neunter Planet sowie entferntester Planet unseres Sonnensystems, wurde danach jedoch durch die Internationale Astronomische Union zum Zwergplaneten degradiert.
Dieser erst 1930 entdeckte Zwerg wurde einst wie es scheint nach dem römischen Gott der Unterwelt Pluto benannt. Obwohl er seinen Namen auch aus der griechischen Mythologie haben könnte, in der Pluto eine Okeanide bzw. eine der Töchter von Okeanos und Tethys oder auch eine Tochter von Kronos und Rhea ist. Er könnte ihn aber auch vom griechischen Gott des Reichtums und der Fülle Plutos haben, was jedoch eher unwahrscheinlich ist wenn man sich den Himmelkörper näher betrachtet.
Er umkreist unsere Sonne auf einer sehr elliptischen, höchst exzentrischen Umlaufbahn die zirka 5.913.520.000 km entfernt und mit 17° stark gegen die Ekliptik geneigt ist, was nahezu entfernungsmäßig 39,5 Astronomischen Einheiten entspricht.
Dadurch dauert ein Plutojahr rund 248 Jahre, während ein Tag bzw. eine Rotationsperiode genau 6 Tage 9 Stunden 17 Minuten und 34 Sekunden lang ist.
Durch seine Umlaufbahn ist Pluto der Sonne zeitweise näher als Neptun, wobei er obendrein auch noch in Gegenrichtung der meisten Planeten rotiert. Außerdem dauert ein Umlauf bei ihm exakt anderthalb mal so lang wie die des Neptun, das heißt er bewegt sich in der Zeit, in der sich Neptun dreimal um die Sonne bewegt, nur zweimal um die Sonne herum.
Er besitzt einen mittleren Durchmesser von ungefähr 2274 km, einen Oberflächeninhalt von 17 Millionen km2, eine mittlere Dichte von etwa 2,050 g cm3 und eine Masse von annähernd 1,27 · 1022 kg. Womit er wesentlich kleiner und leichter ist als die sieben größten Monde in unserem Sonnensystem. Ansonsten ist auch sein Äquator, wie bei Uranus, fast im rechten Winkel zur Umlaufebene geneigt.
Im inneren von Pluto steckt anscheinend ein von einem Eismantel umgebener Gesteinskern, der etwa 70 % der Gesamtmasse ausmacht und von einer Kruste aus lockerem Gestein mit einem hohen Anteil an Eis umhüllt wird. Er hat eine etwas rötliche aussehende Färbung und seine Atmosphäre setzt sich vermutlich aus einem großen Teil Stickstoff sowie aus etwas Methan und Kohlenmonoxid zusammen. Diese Atmosphäre ist allerdings so dünn, dass ihr Druck nur wenige Mikrobar beträgt, weswegen es nicht verwundert das auf ihm gerade mal Temperaturen von durchschnittlich -230 °C herrschen sollen.
Er ist der zweitkontrastreichste Körper im Sonnensystem, da seine Oberfläche unglaublich viele Helligkeitsunterschiede aufweist, die auf eine erstaunlich vielfältige Struktur schließen lassen.
Er besitzt 3 Monde, da ist zum einen der schon länger bekannte etwas größere Charon und die erst vor kurzen entdeckten kleinen Monde Nix und Hydra. Wobei die beiden kleinen Pluto auf nahezu kreisförmigen Umlaufbahnen und in einer gemeinsamen Bahnebene mit Charon in einer Entfernung von etwa 65.000 beziehungsweise 50.000 km umrunden. Allerdings wird Pluto in der selben Zeitspanne die Charon benötigt um Pluto zwölf Mal zu umrunden, von Nix nur ungefähr drei Mal und von Hydra gerade mal zwei Mal umkreist. Diese drei Monde sind nach Aussage amerikanischer Wissenschaftler wahrscheinlich alle gemeinsam durch einen gewaltigen Einschlag eines Himmelskörpers auf dem Pluto entstanden.
Pluto wurde eigentlich eher durch einen Zufall von dem Forscher Clyde W. Tombaugh am Lowell Observatorium in Arizona entdeckt, der ihn aufgrund von falschen Berechnungen der Bewegungen von Uranus und Neptun aufstöberte, als er auf der Suche nach dem berühmten Planeten X war.
Pluto gehört zu den Himmelskörpern die niemals von einer Sonde besucht wurden, obwohl oder vielleicht auch weil er soweit entfernt ist, das selbst die größten Teleskopen ihn gerade mal als Fleck erkennen.