Vogelgrippe und Nachbarn

Geschrieben am 7.03.2006 von Cornelia Kreißl

Ja, sie kommt näher, die angebliche Vogelgrippe, an die ich nicht so recht glaube. Dafür die Nachbarn umso mehr.
Das Problem, wir haben zwar keine Hühner mehr, aber eine ganze Voliere voll Ziervögel, 3 Hunde und was für die Herrschaften am schlimmsten ist auch Katzen. Die Katzen haben sich zwar durch unsere netten Jäger und Nachbarn der Umgebung schon im letzten Jahr von 6 auf 4 reduziert, aber es sind Freigänger und das geht heutzutage ja nun mal gar nicht.
Vogelgrippe, welch eine Massenhysterie, genauso wie bei BSE da sollten ja auch Tausende sich Anstecken und sterben und was war nichts, was ist mit SARS da war es genau das gleiche. Ich bleib dabei, ich glaub nicht dran. Die Herrschaften oben an der Regierung wollen doch nur von dem Ablenken was sie so verzapfen, von wegen Steuererhöhungen und so. Und wieso kommt die erst jetzt, im Herbst sind die Zugvögel angekommen und da war gar nichts und ausgerechnet wenn die wieder wegfliegen da kommt sie. Die armen Viecher haben einfach den harten Winter nicht überstanden, nach so einem Winter gibt es immer ein paar tote Vögel, nur dieses Jahr werden es bestimmt noch mehr, da ja jetzt nicht mehr gefüttert werden darf. Und wenn wir schon dabei sind müssen wir auch alle Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen einsperren und von den Weiden holen, die fressen schließlich das Gras auf das die Vögelchen ihre Häufchen machen und sind damit genau so gefährdet. Und hat auch mal einer an die Jäger und ihre Apportierhunde gedacht, ab jetzt bitte Berufsverbot für diese Vierbeiner. Das ist doch alles Wahnsinn.
Nun aber zu der Schwierigkeit aus Freilauftieren Stubentiere zu machen, erstens mal einsperren und nicht mehr rauslassen, zweitens Futter gibt’s zukünftig drinnen. Aber denkste, da wollen die nicht. Die Hunde sitzen vor ihrer Klappe und wollen raus und das alle 5 Minuten. Sie sind gewohnt immer und zu jeder Zeit selber zu entscheiden und wenn man nicht raus darf muss es doch einen Grund dafür geben und den suchen die nun, die wissen schließlich nichts von Vogelgrippe. Ich werde also zum Türsteher, das haben wir 2 Tage probiert und dann entnervt aufgegeben.
Mit den Katzen lief es nicht besser, die fressen nicht da wo die Hunde ihren Futterplatz haben. Also musste eine andere Ecke her. Aber die waren durch nichts zu bewegen ihre alten Gewohnheiten zu ändern. Sie wollten raus, an ihren alten Futterplatz und verkündeten dieses ansinnen nun Lautstark. Ein kraulen und sanftes Hinbringen zum neuen Platz ging bis zum letzten halben Meter gut, dann bemerkten die unser Ansinnen und sträubten sich folglich mit allen Tatzen. Kaum ließ man sie los saßen sie wieder vor der Klappe nach draußen. Am zweiten Tag das selbe Spiel, maunzend und nach Futter verlangend, saßen die Katzen mal an der Fensterscheibe und mal an der Klappe. Auch mit der Streukiste lief es nicht besser, sie scharten zwar alle 4 mal darin rum aber benutzen wollten sie diese nicht und so putzten wir fleißig hinter ihnen her. Ziemlich genervt, zerkratzt und den vorwurfsvollen Blicken nicht mehr standhaltend gaben wir allen schließlich die Freiheit zurück.
Wie gesagt das waren nur 2 Probetage, aber machen sie das mal den Nachbarn klar. Die der Meinung sind, die Fellviecher gehören alle eingesperrt und die Voliere abgebaut und ausgeräuchert.
Nun wir sind ein nettes Dorf, mit einer neuen Wohnsiedlung mittendrin, von Städtern besiedelt die aufs beschauliche Land wollten. Das erste was aber weg musste waren die Nutztiere. Die machten angeblich krach und hätten ihre Kinder beißen können.
So gibt es in unserem Dorf nun keine Pferde, Kühe, Schafe oder Schweine mehr. Nur noch ein bisschen Geflügel. Aber das ist nun wohl auch vorbei, schließlich haben wir ja nun die Vogelgrippe und unsere netten Stadtleute. Was wohl besser von beiden ist?