Weltall – Allgemein

Geschrieben am 17.10.2006 von Conni Kreißl

Das Weltall mit seinen unendlichen Weiten und zahllosen riesigen Galaxien in denen ganze Sonnensysteme herumschwirren wird gelegentlich auch als Kosmos oder schlicht als All bezeichnet. Es bietet einen geradezu unermesslichen Raum für die Wissenschaft sowie für Spekulationen und Zukunftsvisionen, da seine Erforschung selbst heute noch eher nur auf Umwegen und daher gewissermaßen nur vage bzw. ansatzweise möglich ist. Zumal diese enormen Entfernungen sich auch mit der derzeit bereits vorhandenen Technik noch immer nicht überwinden lassen.
Denn das Weltall ist nicht nur größer und weiter, es ist auch wesentlich älter als unser Universum, was die Europäischen Weltraum Agentur ESA anhand der neuesten Untersuchungen eines Quasars mit dem Namen APM 8279+5255 mit dem Röntgenstrahlensatellit Newton erst vor kurzem nachwies. Denn dieser enthielt gewissermaßen beinahe dreimal soviel Eisen als in unserem Sonnensystem derzeit vorhanden ist und da dies nur durch Sternexplosionen erzeugt und freigesetzt wird, muss dieser entfernte Quasar also wesentlich älter als unser Universum sein. Zumal er 13 ½ Milliarden Lichtjahre von uns entfernt und unser Universum nach der Urknallthese erst 15 Milliarden Jahre alt ist. Deshalb dürften die dazwischenliegenden 1,5 Milliarden Jahre kaum gereicht haben um diesen Eisengehalt zu rechtfertigen, da es zu diesen Zeitpunkt einfach zu wenig Sterne zu dessen Produktion gab. Außerdem wird dieser am Rande unseres Universums herumschwirrende Brocken nicht der einzige seiner Art sein, weshalb davon auszugehen ist, das er eventuell von außen in unser Universum eindrang und das Weltall an sich höchstwahrscheinlich unermesslich alt ist.
Dieser Raum in dem sich alles, angefangen von den Universen, über die Galaxien und die Sonnensysteme mit ihren vielen verschiedenen Himmelkörpern befindet, ist zwar unbegrenzt aber nichtsdestotrotz geschlossen und endlich, auch wenn sich das ein wenig unsinnig bzw. paradox oder kompliziert anhört. Aber auch eine Kugeloberfläche ist endlich, da sie jedoch keinen Mittelpunkt besitzt ist sie unbegrenzt, weil man sich somit auf ihr fortbewegen kann, ohne jemals einen Rand zu erreichen. So kann man in unser Universum mit den größten heutigen Teleskopen in jede Richtung bis zu 15 Milliarden Jahre weit sehen, wobei man weit mehr als 100 Milliarden Sternensysteme erblickt. Was aber noch längst nicht das Ende des Weltalls ist, sondern nur ein Bruchteil dessen.
Das Weltall ähnelt demzufolge bildlich gesehen einem dreidimensionalen Raum bzw. einer dreidimensionalen Kugel, welche von einer zweidimensionalen Kugeloberfläche umhüllt ist, deren Rand bzw. Begrenzung einem höherdimensionalen Raum gleicht.
Selbst nach Einsteins Relativitätstheorie ist die Ausdehnung des Weltalls nicht unendlich, da er davon ausging das sich die Raumkrümmung, welche von der Dichte der im Raum enthaltenen Materie abhängig ist, durch die Fluchtbewegung der Galaxien verringert, weil dabei die Materiedichte abnimmt. Wodurch das Weltall bzw. die Ausdehnung dessen logischerweise nicht beständig dauerhaft konstant ist, sondern permanent immer mehr zunimmt.
Genau deswegen kann man mit den Teleskopen aber auch umso tiefer in die Vergangenheit blicken, je weiter die beobachteten Objekte entfernt sind. Oder einfacher ausgedrückt, ein Blick in die unendlichen Weiten des Weltalls, ist auch stets zugleich ein Blick in die Vergangenheit. Das heißt wenn man sich beispielsweise die Magellanschen Wolken unserer nächstgelegenen Galaxie näher betrachtet, erblickt man Licht, das weit über 165.000 Jahren alt ist und somit noch vor der letzten großen Eiszeit zu Lebzeiten der Neandertaler entstand. Während die entferntesten Quasare, die bis zu 15 Milliarden Lichtjahre weit weg sind, ihr Licht demzufolge zu einem Zeitpunkt entsandten, zu der es weder unsere Sonne noch die Erde gab.
So erweitert jedes neue Teleskop unseren Horizont, indem es immer ein bisschen mehr vom schwachen Leuchten der Himmelskörper einfängt, wodurch man immer besser und immer tiefer in das Universum blicken kann und die Grenzen unserer Erkenntnis ein bisschen weiter hinausgeschoben werden.
Interessant ist aber auch das, das Weltall anscheinend Risse aufweist, die zwar extrem dünn dafür aber teilweise unendlich lang und gigantisch schwer sind. Sie sollen eventuell bereits kurz nach dem Urknall entstanden sein, als Bereiche mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften aufeinander trafen und sich voneinander trennten, wie beispielsweise wenn Eis rissig wird weil die Bildung von Eiskristallen ungleichmäßig verläuft. Sie werden schon seit ungefähr 30 Jahren erforscht, haben aber ein großes Imageproblem da es noch keinem Forscher gelang ihre Existenz wissenschaftlich zu beweisen.
Sie werden Kosmische Strings bzw. K.Strings genannt und sind keine Spalten oder Risse wie man sie normalerweise kennt, da man sie nicht direkt sehen kann und sie sich darüber hinaus auch noch rasend schnell durchs All bewegen. Außerdem sind sie so außerordentlich super schmal, das sie neben einem sonnengroßen Wasserstoffatom gerade mal so dicklich wie ein menschliches Haar wären. Dafür wiegt ein einziger Zentimeter eines solchen K-Strings unglaubliche zehn Billiarden Tonnen, weshalb ein sechs Kilometer langer Abschnitt umgerechnet die Masse der gesamten Erde hätte.
Trotzdem glauben die Kosmologen das ursprünglich etwa 80 Prozent dieser Risse unendlich lang waren und die restlichen 20 % riesige Schleifen bildeten, welche die Ausmaße ganzer Galaxien aufwiesen. Deswegen soll der größte Teil der unendlich langen Fäden auch durch die stetige Ausdehnung des Alls nicht mehr sichtbar sein, während die gewaltigen Schleifen der restlichen Fäden sich noch im beobachtbaren Teil des Alls befinden könnten.
Da ein solcher Strang normalerweise aufgrund seiner enormen Masse auch ein immenses Schwerefeld besitzen müsste, ist auch davon auszugehen das er den Raum um sich herum krümmt. Wodurch er das Licht von dahinter liegenden Quellen in zwei gleiche symmetrische, scharf voneinander abgegrenzte Bilder vermutlich aufspalten würde. Daher glauben gewisse Astronomen auch endlich einen solchen String im Sternbild Großer Bär aufgespürt zu haben, denn dieser weist ein Muster auf das diesem Phänomen entspricht.