Blaue Zwerge

Geschrieben am 09.11.2006 von Conni Kreißl

Blaue Zwerge sind sehr junge Sterne von höchstens einigen Millionen Jahren die glühend heiß sind und sich gerade mal am Anfang der ziemlich stürmischen Phase der Kernfusionen befinden. Sie senden ihr Licht überwiegend im kurzwelligen Spektralbereich aus und strahlen demzufolge mit einem beachtlich hohen UV- Anteil, wodurch sie in der hellen blauen Farbe leuchten der sie ihren Namen verdanken.
Sie haben eine kolossal heiße Oberflächentemperatur, welche zwischen 10.000 und 50.000° Celsius liegt und gehören daher zu den hellsten sowie heißesten Hauptreihensternen. Denn damit leuchten sie gewissermaßen über 10.000 mal heller als unsere kleine gelbe Sonne. Wobei auf einigen von ihnen sogar Temperaturen von mehr als 60.000° Celsius herrschen, weshalb manche Experten auch der Meinung sind das ihre Leuchtkraft gelegentlich sogar weit über 500.000 mal größer als die der Sonne ist. Womit sie durch ihre außergewöhnlich energiereiche Strahlung ein Licht bzw. eine Helligkeit ausstrahlen die eine derart gewaltig hohe Frequenz aufweist das ihre eigentlich üblicherweise intensiv blaue Farbe gelegentlich von grellem weißblau bis ins violette reicht.
Dieses erreicht die ausgesandte Strahlung, durch ihr gigantisch hohes Energiepotential, das es ihren Lichtquanten ermöglicht den Wasserstoff-Atomen der interstellaren vorhandenen Materie die Elektronen zu entreißen, womit sie die sie umgebenden Gasmassen schlichtweg ionisiert. Diese Entwicklung kann man dann als das grelle blaue Licht sehen bzw. man sieht die Infrarotstrahlung die das Wasserstoffatom aussendet, wenn es sich das dreist geraubte Elektron zurückholt.
Mit ihren gewaltigen fünfzig Sonnenmassen Gewicht sind die Blauen Zwerge außerdem die größten und schwersten Hauptreihensterne und ähneln in dieser Richtung ziemlich gewaltig den Blauen Riesen, nur das sie eben nicht ganz so gigantisch groß wie diese sind. Trotzdem herrscht durch ihre kolossale Masse genauso ein enorm hoher Druck in ihrem Kern, wie bei den Riesen, der auch bei den Zwergen dafür sorgt, das die Kernfusion bzw. die Verbrennung außerordentlich beschleunigt abläuft. Allerdings wird dieser Druck obendrein noch durch ihre Eigengravitation und die in immer kürzeren Zeitintervallen auftretenden veränderlichen sowie thermonuklearen Prozesse in ihrem Kern verstärkt. Hierdurch werden aufeinander folgend Substanzen wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Silicium sowie Neon und schließlich auch Metalle bis hin zum Eisen erzeugt. Womit auch sie, wie bekanntermaßen alle massereichen Sterne, meist nicht sehr alt werden. Im Grunde sterben sie sogar manchmal bereits nach zirka ein bis zwei Millionen Jahren Lebenszeit, wenn andere Sterne gerade erst anfangen richtige Sterne zu werden.
Genaugenommen repräsentieren die Blauen Zwerge daher das sogenannte Kinderstadium eines späteren Riesen, wobei sie all ihren Wasserstoff, welcher sich in ihnen befindet, in nur wenigen Millionen Jahren zu Helium verschmelzen.
Sie gehören überwiegend zum Spektraltyp O und sind ausgesprochen selten. Vorsichtigen Schätzungen zufolge ist sogar nur ein einziger unter 10 Millionen Sternen ein Blauer Zwerg. Weswegen es auch nicht sehr verwunderlich ist, das bislang so wenig über sie bekannt ist. So ist anscheinend mal einer dieser Sorte, eher durch Zufall, im Sternbild Andromeda beim Doppelstern Almaak gefunden worden. Wobei er der kleinere Stern ist der den Roter Riese begleitet. Man fand aber auch ein paar dieser jugendlichen blauen, mächtig heißen Sterne eingebettet im Orionnebel, wo sie in umfangreiche Gas- und Staubwolkenkonzentrationen eingehüllt sind. Diese haben mutmaßlich Oberflächentemperaturen von schätzungsweise nahezu 35.000° Celsius und sind scheinbar nicht älter als eine Million Jahre alt.
Sicher ist aber, das scheinbar das meiste Licht in offenen Sternenhaufen von jungen, heißen blauen Sternen kommt, da diese Sternenhaufen sich weit zerstreuen, bevor die meisten ihrer Sterne sterben.
Sie können theoretisch gesehen sogar Planeten besitzen, doch durch ihre besonders kurze Lebensdauer ist nicht nur das eher unwahrscheinlich, sondern auch das sich auf diesen, falls es sie doch gibt, eventuell sowas ähnliches wie Leben entwickelt haben könnte.