Die Spektralklassen 2

Geschrieben am 18.11.2006 von Conni Kreißl

Wie schon auf der Seite „Die Spektralklassen 1“ erwähnt, stellen die Spektralklassen eine Möglichkeit dar Sterne anhand ihrer Färbung und Leuchtkraft zu unterscheiden. Wofür man sie üblicherweise mit Großbuchstaben und Zahlen versieht wie beispielsweise O0, O1, O2, ..., O9, B0, B1, ..., B9, A0, A1, ..., A9, F0, F1, ..., F9, G0, G1,..., G9, K0, K1, ..., K9, M0, M1, ... bzw. M9. Hierfür verwendet man wie gesagt ein sogenanntes Spektrometer, welches die Intensität des absorbierten oder ausgestrahlten Lichts in Abhängigkeit von der Wellenlänge berechnet und über ein Lichtspektrum bzw. Spektrum wiedergibt. An diesen Messungen kann man dann die Unterschiede in der Farbe und Helligkeit, der inneren Struktur, stofflichen Zusammensetzung, den Eigenschaften und der Dynamik des jeweiligen beobachten Objekts erkennen.
Neben diesen bereits bekannten Sternen der Hauptklassen O, B, A, F, G, K und M, gibt es aber seit einiger Zeit noch einige bzw. sieben weitere etwas exotische Sonderklassen, um möglichst alle Sterne hinsichtlich ihrer jeweils vorhandenen Eigentümlichkeiten eindeutiger einordnen zu können. Diese werden gegenwärtig mit den Buchstaben C, R, N, S, Q, P und W versehen.
Die Sterne der Spektralklasse C
Diese Sterne ähneln im Prinzip Sternen der Klasse M, sind also auch klein, nicht sehr schwer und leuchten auch nicht sehr hell. Allerdings muss ihr Aufbau anders sein, weil ihr Spektrum nicht die sonst typischen Titanoxid-Linien anzeigt, sondern solche die auf das Vorhandensein von Cyan bzw. Zyan hindeuten, was die Kurzbezeichnung für die chemische Verbindung Dicyan und unter dem Kürzel CN bekannt ist.
Die Sterne der Spektralklasse R
Auch diese ähneln größtenteils Sternen der Hauptklasse M, nur das sie mit 3.500 bis 5.400° Celsius etwas heißer sind als diese und ihr Spektrum ebenso nicht die ansonsten allgemein üblichen Titanoxid-Linien anzeigt, sondern welche, die auf die Existenz von Kohlenmonoxid hinweisen, das auch unter dem Kürzel CO bekannt ist.
Die Sterne der Spektralklasse N
Während auch diese Sterne gewissermaßen hauptsächlich den Sternen der Hauptklasse M ähnlich sind, nur das sie mit 1.900 bis 3.000° Celsius etwas kälter sind als diese und in ihrem Spektrum anstatt der Titanoxid-Linien reinen Kohlenstoff offenbaren, welcher offiziell auch unter dem Kürzel C2 bekannt ist.
Die Sterne der Spektralklasse S
Diese Sterne haben hingegen stark ausgeprägte Zirkonoxid-Linien, also eindeutig einen sehr hohen Zirkonoxid-Anteil, das auch unter der Abkürzung ZrO bekannt ist. Außerdem leuchten sie rot-orange und haben eine Oberflächentemperatur von 2.000 bis 3.500° Celsius.
Die Sterne der Spektralklasse Q
Im Grunde genommen sind dies gar keine richtigen Sterne, sondern ausschließlich Novas. Also der einzige, kurzzeitige und endgültige Augenblick indem ein Stern seine Spektralklasse wechselt.
Die Sterne der Spektralklasse P
Hierzu zählen alle nicht-stellaren Objekte die planetarische Nebel beherbergen, im Grunde also nur expandierende Gas- und Materiewolken, die einen stellaren Ursprungs haben.
Die Sterne der Spektralklasse W
Dies sind Blaue Riesen, deren Spektrum nicht aus dem gewohnten kontinuierlichen Band von blau nach rot, sondern nahezu ausschließlich aus eindrucksvoll kräftigen Emissionslinien einzelner Elemente besteht. Also gewissermaßen fast nur helle anstatt dunkle Linien in ihren Spektren besitzen. Weswegen sie von Experten für gewöhnlich auch als Wolf-Rayet-Sterne bezeichnet und außerdem in zwei unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden. Wobei die vom Typ WN hauptsächlich Emissionslinien von Stickstoff aufweisen und die vom Typ WC vorwiegend Kohlenstoff- und Sauerstoff-Emissionslinien haben.