Extrasolare Planeten

Geschrieben am 25.10.2006 von Conni Kreißl

Als Extrasolare Planeten bzw. Exoplaneten bezeichnet man Planeten, die außerhalb des vorherrschenden gravitativen Einflusses unseres Sonnensystems um einen Stern kreisen und demnach nicht zu unserem Sonnensystem sondern zu einem anderen Planetensystem gehören.
Von diesen Exoplaneten wurden schon mehr als 210 Exemplare in 180 Systemen entdeckt, wovon 14 Systeme 2, fünf Systeme 3 und zwei Systeme 4 dieser Planeten aufwiesen, aber keines offenbar mehr davon. Dabei fand man im Umkreis von 100 Parsec, was soviel ist wie 325,7 Lichtjahre, 20.626.500 Astronomische Einheiten, 3,084 Billiarde km auch Peta genannt bzw. 3,084 · 1015 km, gegenwärtig gerade mal 7 Prozent dieser Extrasolaren Planeten. Wobei heutzutage fast wöchentlich neue hinzu kommen, obwohl es in mancher Hinsicht gar nicht so unkompliziert ist ihre Existenz nachzuweisen.
Andererseits reichen manchmal schon Messungen der Helligkeitsvariationen der Sterne um die diese Planeten kreisen, um einen dieser Extrasolaren Planeten aufzuspüren, denn wenn ein solcher an seinem Stern vorbeizieht, schwächt er dabei dessen Leuchtkraft minimal ab. Das funktioniert allerdings nur wenn, seine Umlaufbahn so liegt, das dieser Planet exakt vor seinem Stern vorbeizieht. Mitunter werden sie aber auch nur entdeckt, weil ein geringfügiges Flackern bzw. Wackeln der Sterne die sie umkreisen, gemessen werden konnte. Denn jeder dieser Planeten wirkt eine gewisse Kraft auf seinen Stern aus, die diesen dann bei jedweder Umrundung ganz leicht und kaum wahrnehmbar hin und her schwingen lässt.
Die meisten der Exoplaneten sind sehr lichtschwach und werden dadurch von dem helleren Stern den sie umkreisen um ein vielfaches überstrahlt. Daher reicht das momentan mögliche Auflösungsvermögen der vorhandenen erdgestützten Teleskope auch meistens nicht aus um zwei verhältnismäßig nahe beieinander liegende Objekte auszumachen bzw. einen solchen Planeten und seinen Stern getrennt anzuzeigen.
Allerdings sind die meisten der derzeitig entdeckten Systeme mit solchen Planeten nicht mit unserem Sonnensystem vergleichbar, denn größtenteils handelt es sich bei diesen um so eine Art Gasriesen, welche ihren Stern in einer mächtig engen Umlaufbahn umkreisen und von Astronomen „Hot Jupiters“ genannt werden.
Neben dem am 10. September 2004 als ersten fotografierten Exoplanetaren Braunen Zwerg 2M1207, der zirka 225 Lichtjahre von uns entfernt ist und durch die Schwerkraft an seinen Begleiter gebunden ist, fand man beispielsweise unter anderem auch noch einen Planeten von nur ein- bis zweifacher Masse unseres Planeten Jupiter. Dieser einer Sonne überaus ähnliche, aber vom Alter her nur nahezu 2 Millionen Jahre junge Stern namens GQ Lupi befindet sich wahrscheinlich augenblicklich in der T-Tauri-Phase bzw. in der Frühphase zur Sonnenentwicklung. Außerdem entdeckte man im Jahr 1992 zwei Planeten mit Massen von 4,3 und 3,9 Erdmassen und Umlaufzeiten von 66,5419 und 98,2114 Tagen, die den Pulsar umrunden, sowie 1994 einen dritten Planet in diesem Gebiet, welcher nur 0,02 Erdmassen und einer Umlaufzeit von 25,262 Tagen aufweist. Aber auch der zirka 40 Lichtjahre entfernte Stern Pegasus 51, besitzt einen solchen Planeten, welcher ihn im 4,2-Tagestakt umkreist und 0,46 Jupitermassen wiegt. Interessanter ist hingegen der im Grenzbereich zwischen Gasplaneten und Planeten mit fester Oberfläche liegende Exoplanet, der den Stern Mu Area in etwa 50 Lichtjahren Entfernung umrundet.
Andererseits berichteten amerikanische Wissenschaftler im Jahr 2005 von Planeten die um entfernte Sonnen kreisen und aus Karbon bzw. teilweise aus reinem Diamant bestehen. Sie vermuteten das sich manche der bislang aufgespürten Extrasolaren Planeten eventuell aus kohlenstoffreichen Gasen und Staubteilchen zusammenballten bzw. verdichteten, was auch zum Vorkommen von Silizium Karbid geführt haben könnte. Damit könnte sich auf diesen Exoplaneten eine dicke Schicht aus reinem Kohlenstoff angehäuft haben, die oberflächlich aus Grafit besteht und in tieferen Regionen durch den enormen Druck im inneren zu Karbon bzw. zu Diamanten umgewandelt worden sein. Dieses Karbon könnte an der Oberfläche der Planeten allerdings auch Hydrokarbone bilden, welche durch eine teerverschmierte oberste Schicht oder sogar Seen aus diesem flüssigem Hydrokarbon die Oberfläche durchaus auch aufweichen könnte.
Da Karbon auch ein Schüsselelement für Leben ist, verwundert es auch nicht sehr das man mittlerweile auch Extrasolare Planeten mit den Voraussetzungen für Leben entdeckte. Wobei extraterrestrisches Leben jedoch noch nicht nachgewiesen bzw. entdeckt werden konnte.