Gelbe Zwerge

Geschrieben am 11.11.2006 von Conni Kreißl

Gelbe Zwerge sind sonnenähnliche Sterne bzw. Sterne mit ähnlichen Eigenschaften wie sie unsere Sonne besitzt, welche noch aktiv ihren Wasserstoff verbrennen und während dieser Phase mit ihrem stabilem Leuchten mit hoher Wahrscheinlichkeit umwerfend fantastische Voraussetzungen für die Entstehung von Leben auf Planeten in ihrer Ökosphäre bieten. Sie befinden sich vorwiegend im mittleren Teil der sogenannten Hauptreihe und sind mit ihrer Oberflächentemperatur die zwischen 5.000 und 6.000° Celsius liegt, kühler und demzufolge auch lichtschwächer als O- oder B-Sterne.
Gelbe Sterne haben eine Masse, die man oft auch als Maßstab für viele andere Arten von Himmelkörpern bzw. Sternen verwendet und als Sonnenmasse bzw. M0 bezeichnet. Wobei der Maßstab für diese astronomische Maßeinheit 1,9891·1030 kg beträgt, was rund 333.000 Erdmassen sind und sich auf die Masse unserer Sonne bezieht. Allerdings wiegt nicht jeder Gelbe Zwerg genau diese eine Sonnenmasse, sondern der überwiegende Teil von ihnen wiegt ungefähr zwischen 0,25 und 1,5 Sonnenmassen.
Sie sind demnach, im Vergleich zu anderen Sternen, mittelschwer und mittelheiß, weshalb sie ihren Brennstoff langsamer verbrauchen und folglich einen geringeren Temperaturabfall aufweisen. Wodurch sie natürlich auch länger leben als manch andere Sterne, bevor sie sich nach mindestens 10 Milliarden Lebensjahren zu Roten Riesen aufblähen um schließlich zu weißen Zwergen zusammen zu schrumpfen. Wobei der Radius des Gelben Zwergs dann bei gleichbleibender Leuchtkraft wächst, während die Intensität sowie die Effektivtemperatur im gleichen Maße abnimmt. Hierbei wird ihre Photosphäre bzw. die Oberflächenschicht aus der das sichtbare Licht des Sterns stammt, mit fallender Effektivtemperatur immer transparenter, womit ihre Leuchtkraft solange zunimmt bis die Temperaturerniedrigung ab einem gewissen Zeitpunkt stoppt. Wenn dann früher oder später die Fusion bzw. Verschmelzung von Helium zu Kohlenstoff beginnt steigt die Effektivtemperatur wieder und der Rote Riese wird folglich zum Überriesen, bevor er letzten Endes nach dem Verbrauch des letzten fusionsfähigen Materials kollabiert und zum Weißen Zwerg zusammen schrumpf. Während sich der äußere Bereich durch das Abstoßen der Hülle zu einem Planetarischen Nebel entwickelt, welcher durch die Aufheizung des heißen Kerns weithin leuchtet.
Gelbe Sterne sind normalerweise Gasbälle die überwiegend aus Wasserstoff, Helium und noch einigen wenigen schwereren Elementen wie beispielsweise Kohlenstoff, Oxygen bzw. Sauerstoff, Eisen und ähnlichen Substanzen bestehen. Sie gehören zur Spektralklasse G und gelten als die wichtigste Sternenart. Auch unsere eher kleine Sonne gehört zur Gruppe dieser gelben Zwerge und hat mit ihren schon etwa viereinhalb Milliarden Jahren demnach etwa die Hälfte ihrer Lebenszeit hinter sich. Allerdings ist auch der Alpha Centauri aus dem Sternbild des Zentaur, der einer unserer Nachbarsterne ist und sich am Südhimmel befindet, ein solcher gelber Zwerg.
Übrigens nennt man Sterne die ein wenig kleiner und kühler sind als gelbe Zwerge wegen ihrer daraus resultierenden Farbe Orangene Zwerge. Diese Orangefarbenen Sterne wiegen meist nur halb soviel wie eine Sonnenmasse und leuchten demzufolge rund 30 Milliarden Jahre lang ziemlich stabil. Durch ihre ausgesprochen geringe Menge an Energie die sie an ihre Umgebung abgeben besitzen sie aber auch nur eine äußerst schmale lebensfreundliche Zone, wodurch die Wahrscheinlichkeit in ihrer Nähe einen Planeten mit irgendeiner Form von Leben anzutreffen nicht sehr hoch ist bzw. gleich null geht.
Der größte Teil der Gelben Zwergsterne gehört zudem der Sternpopulation 1 an. Das heißt sie gehören zur Untergruppe 1 der galaktischen bzw. extragalaktischen Sterne, die relativ jung sind, sich hinsichtlich ihres inneren Aufbaues und ihrer Strahlung in einem Zustand des Gleichgewichtes befinden und sich dazu auch noch auf annähernden Umlaufbahnen um ihr galaktisches Zentrum bewegen. Zu dieser Population 1 gehören definitiv die meisten Sterne in der zentralen Scheibe unserer Milchstraße.