Gravasterne

Geschrieben am 22.11.2006 von Conni Kreißl

Ein Gravastern, welcher vereinzelt auch QBHO bzw. Quasi Black Hole Object genannt wird, entsteht genau wie ein Schwarzes Loch aus einem kollabierenden massereichen Stern, nur das sich hierbei keine Singularität bzw. Erscheinung wie ein schwarzes Loch, sondern eine Blase bildet, die von einer dünnen Materieschale umgeben ist. Wie das allerdings genau zustande kommt, ist leider noch nicht bekannt.
Man vermutet allerdings, das in der Phase noch bevor sich bei dem kollabierenden Stern der Ereignishorizont ausbildet, die Raumzeit derart stark gekrümmt wird das sie einen Quanten-Phasenübergang durchläuft, wie es zum Beispiel bei der Umwandlung von flüssigem Wasser in festes Eis stattfindet und das dabei ein sogenanntes gravitatives Bose-Einstein-Kondensat bzw. GBEK entsteht. Bei diesem GBEK Kondensat führen sich die einzelnen Atome wie ein einziges großes auf, da hierbei alle die gleichen Quanteneigenschaften annehmen. Weshalb die Raumzeit in dem kollabierenden Stern eben durch ihre außerordentlich starke Krümmung hochgradig energiereich ist und somit in das neuartige GBEK übergeht. Danach bildet sich in dem Bereich, wo eigentlich der Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs zu erwarten wäre, eine äußerst dünne, extrem niederenergetische und deshalb auch kalte Materieschale aus Quantenkondensat. Dessen Temperatur nur minimal über dem absoluten Nullpunkt liegt und daher keine Strahlung emittiert, weshalb ein solcher Gravastern prinzipiell genauso schwarz wie ein Schwarzes Loch erscheint. Wobei das eigentliche GBEK das Innere des Gravasterns bildet, welches seltsamerweise einer Vakuum-Blase mit positiver kosmologischer Konstante entspricht und daher gravitativ abstoßend wirkt. Weswegen manche Experten auch davon ausgehen, das dieses Vakuum aus der geheimnisvollen Dunklen Energie besteht, welches einen nach außen gerichteten Druck erzeugt und so die äußere Schale stabilisiert sowie das innere Vakuum aufrechterhält. Was gleichzeitig auch den Namen dieser Himmelsobjekte Gravastern erklärt, welcher sich aus den einzelnen Worten Gravitation, Vakuum und Stern zusammensetzt.
Hierbei möchte ich noch erwähnen das die Schale des Gravasterns, obwohl sie so dünn ist und nur eine Ausdehnung im Bereich von unvorstellbaren 10-35 Metern aufzuweisen hat, trotz allem nicht den Hauptanteil der Masse des Sterns darstellt. Denn dieser wird so unglaublich es auch erscheinen mag, von der materiefreien inneren Blase des besonderen Vakuums aufgebracht.
Da diese Objekte keinen Ereignishorizont ausbilden, bei dem die Fluchtgeschwindigkeit fast gleich der Lichtgeschwindigkeit ist, können bei ihnen anders als bei den Schwarzen Löchern, Photonen aus dem Innern entweichen. Diese unterliegen dann allerdings einer gravitativen Rotverschiebung, weswegen sie extrem energiearm sind und die Wellenlängen werden stark vergrößert werden. Andererseits müssten hierdurch auch Photonen oder Materie ins innere des Gravasterns eindringen können, die dann mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht wie bei einem Schwarzen Loch einfach verschluckt werden, sondern vielmehr ebenfalls solch einem Phasenübergang unterworfen und zu einem Teil des gravitativen Bose-Einstein-Kondensats werden. Wodurch es wiederum zu erwarten ist, das sich der Radius des Gravasterns mit der Zeit logischerweise vergrößert. Womit ein Gravastern gewissermaßen ein Materieumwandler wäre, der normale bzw. baryonische Materie in Dunkle Energie umformen kann.
Leider können Gravasterne mit den bisher üblichen astronomischen Beobachtungsmethoden aber noch nicht eindeutig lokalisiert werden, da sie sich außerhalb einer bestimmten Distanz vom Ereignishorizont kaum von Schwarzen Löchern unterscheiden, weil sich beide ab da nahezu identisch verhalten. Erst wenn man mit der Beobachtung nah genug an den Horizont herankommen könnte, würde man die Gravasterne an ihrem viel höheren Energieausstoß erkennen. Weswegen es wohl noch einige Zeit dauert bis man den ersten Gravastern fund auch hundertprozentig belegen kann, obwohl schon sehr fleißig an entsprechenden Geräten gearbeitet wird.
Zumindest mathematische wurden diese nicht rotierenden Objekte bereits nachgewiesen, ja manche Wissenschaftler halten sie sogar für die Endprodukte von Hypernovas, die für die sogenannten Gamma-Bursts bzw. Gammastrahlenblitze verantwortlich sind.