Himmelskörper Definitionen der IAU

Geschrieben am 20.11.2006 von Conni Kreißl

Diese Definitionen wurden nun zum ersten Mal im Mitte August 2006 von der IAU bzw. der Internationalen Astronomischen Union festgesetzt.
Wobei die IAU eine Vereinigung der nationalen astronomischen Gesellschaften ist, die ein Mitglied der International Council of Science, kurz ICSU, ist. Diese im Jahr 1919 gegründete Gruppe ist zudem eine weltweite Vereinigung der Astronomen mit Sitz in Paris, die sich aus 8858 Einzelmitgliedern aus weltweit 85 unterschiedlichen Nationen sowie 62 anerkannten nationalen Akademien und astronomischen Gesellschaften zusammensetzt. Welche sich anscheinend für die Namensgebung von Sternen, Sternbildern, Planeten, Planetoiden und anderen Himmelskörpern sowie für die auf diesen Objekten gegenwärtigen vorhandenen Oberflächenmerkmale zuständig fühlen, wie beispielsweise Berge und Krater.
Daher legten sie im Jahr 1922, auf einer Tagung in Rom, die noch heue gültige Anzahl von 88 Sternbildern fest. Während sie auf ihrer letzten Generalversammlung vom 14. bis zum 25. August 2006, die in Prag stattfand, eine neue und dazu noch äußerst umstrittene Definition der Planeten und damit auch der anderen Himmelskörper verfassten. Die vermutlich jedoch erst einmal so stehen bleibt, da die nächste Generalversammlung frühestens für den 3. bis 14. August 2009 in Rio de Janeiro, Brasilien, geplant ist.
Diese neue Definition teilt die Himmelskörper in drei verschiedene Gruppen ein. Das sind erstens die Planeten, zweitens die Zwergplaneten und drittens die Kleinkörper, wobei Sterne von vornherein das bleiben was sie immer waren und hierbei deswegen gar nicht erst mit einbezogen wurden.
Kurz und gut, aber neuerdings ist ein Himmelskörper, nach dieser Neudefinition, nun nur ein Planet, wenn er nicht selbst leuchtet und sich auf einer eigenen Umlaufbahn um einen Stern befindet, die er als dominierendes Objekt von jeglichen Kleinzeug komplett freigeräumt bzw. wo er den Raum in seiner Nachbarschaft von anderen Objekten gesäubert hat. Außerdem muss er über eine ausreichende Masse verfügen, um durch seine Eigengravitation eine fast kugelige runde Form sowie das sogenannte hydrostatische Gleichgewicht zu haben und er darf kein Mond sein.
Weswegen Pluto nun kein Planet mehr ist, sondern ein Objekt der neuerfundenen Kategorie Zwergplanet, welcher sich nach der neuen Definition, auf einer Umlaufbahn um einen Stern befinden muss sowie eine ausreichende Masse besitzen sollte, damit er durch seine eigene Gravitation eine annähernd runde Form und das hydrostatische Gleichgewicht entwickeln konnte. Allerdings braucht er keine freie Umlaufbahn bzw. die Umgebung seiner Bahn nicht bereinigt zu haben, obwohl auch er kein Mond sein darf.
Alle anderen Himmelskörper außer Satelliten, die da nicht hineinpassen und trotz allem auf eigenen Umlaufbahnen einen Stern umkreisen, werden logischerweise dementsprechend nun als Kleinkörper deklariert. Zu diesen gehören unter anderen die meisten Asteroiden, Kometen und andere kleine Objekte.
Das heißt im Grunde, das entscheidende Kriterium für die Grenze zwischen "planets" und "non-planetary objects" ist eine entsprechend ausreichende Masse und Größe, damit der Himmelkörper das hydrostatische Gleichgewicht und infolgedessen eine runde Kugelform ausbilden kann. Wobei jene Masse und Größe nach Angaben der IAU bei 5 · 1020 kg und 800 Kilometern Durchmesser liegt.
Diese neue Einteilung halten viele durchaus namhafte Astronomen für unsinnig, schon allein die Entscheidung Pluto damit den Planetenstatus abzuerkennen, brachte der Definition sehr viel Kritik. Vor allem von den Astronomen, die sich mit der Dynamik und der Gravitation von Planeten beschäftigen, gab es großen Widerstand gegen die geplante Definition, was aber unbeachtet blieb. Während andere berichten, das diese Abstimmung eine Farce gewesen sei, die gerade unter Experten für ausreichend Kopfschütteln und Empörung sorgte. Ja, sie soll sogar nach Meinung von Wissenschaftlern, die an der Planetendefinition mitgearbeitet hatten, manipuliert worden sein. Zumal man sich längst nicht einig über die Formulierungen werden konnte, wodurch nach extremen Widerstand nur eine alternative Definition entwickelt wurde. Außerdem sollen von den Anfangs mehr als 2500 anwesenden Astronomen, gerade mal 424 Wissenschaftler an der Abstimmung teilgenommen haben. Weswegen diese neue Definition von Experten als überaus schrecklicher Entschluss und schlampige Wissenschaft bezeichnet wird, da sie alles nur noch schlimmer macht weil sie inkonsistent ist und es damit nicht möglich ist Planeten und Zwergplaneten exakt voneinander zu unterscheiden. Zumal die Option, ein Planet muss sein Umfeld von kleineren Himmelskörpern freigeräumt haben, nicht nur von Pluto, sondern auch von Erde, Mars, Jupiter und Neptun nicht eingehalten wird. Diese dürften demnach also auch, wie Pluto, keine Planeten mehr sein. Genaugenommen umschwirren die Erde sogar weit mehr als 10.000 Asteroiden und den Jupiter mindestens 100.000 Asteroiden. Trotzdem gelten sie als Planeten und Pluto nicht. Weswegen es von Pluto-Fans bereits kurz nach ihrer Bekanntgabe Proteste in Form von Autoaufklebern mit Sprüchen wie beispielweise "Ich vermisse Pluto" und "Hupe, wenn Pluto noch ein Planet ist " gab und sich im Internet bereits ganze Gruppen dagegen organisieren.
Die Konsequenzen dieser neuen Definition sind aber noch wesentlich weitreichender, denn sie bringen nicht nur unser Planetensystem durcheinander, viel schlimmer ist das nun alle Lehrbücher, Schautafeln in Museen, Eselsbrücken und was nicht alles angepasst werden müssen.
Womit erwiesen ist, das etwas neues nicht unbedingt auch was gutes oder sinnvolles sein muss und das ein paar Menecken nicht nur eine Welt, sondern sogar ein ganzes Universum mit ihren Spitzenideen durcheinander bringen können.