Meteoroiden, Meteoriten und Meteore

Geschrieben am 26.10.2006 von Conni Kreißl

Auch wenn die drei Bezeichnungen Meteoroid und Meteorit ziemlich ähnlich klingen sind es doch trotzdem verschiedene Dinge bzw. Objekte, zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt bzw. Augenblick.
Denn ein Meteoroid ist ein Staub oder einen Gesteinsbrocken , welcher die Sonne umkreist bzw. ein Objekt, der zu klein für einen Asteroiden oder Kometen ist und sich überdies ständig im interplanetarischen Raum bewegt. Wobei ein solches Objekt bei einer bestimmten sehr kleinen Größe gelegentlich auch als Mikrometeoroid bzw. kosmisches Staubkorn bezeichnet wird.
Ein Meteorit ist dagegen ein ehemaliger Meteoroid, welcher nach Eintritt in die Lufthülle auf der Oberfläche der Erde einschlug, ohne dabei in der Atmosphäre verdampft bzw. verglüht zu sein.
Während ein Meteor, der auch Sternschnuppe genannt wird, im allgemeinen in einer Höhe von 80 bis 110 Kilometern über der Erdoberfläche verdampft bzw. verglüht, ohne jemals die Oberfläche der Erde zu berühren.
Wobei der Begriff Meteor ursprünglich von dem griechischen Wort Meteoron abstammt, was im Grunde soviel wie „Phänomen am Himmel“ bedeutet. Allerdings verwendete man diese Bezeichnung anfangs nur um die Lichtstreifen zu beschreiben die am Himmel zu beobachten waren, sobald ein Objekt aus dem Weltall in die Atmosphäre der Erde eintrat und durch die atmosphärische Reibung weißlich glühte. Ungenauerweise verwendet man diesen Begriff bzw. Begriffsstamm inzwischend auch für die Meteoroiden bei denen diese Lichterscheinung niemals eintritt da sie an und für sich nicht mal in die Nähe der Erde kommen.
Woher all diese Objekte ursprünglich kommen lässt sich höchstwahrscheinlich nie wirklich ganz genau ermitteln, obwohl manche Experten der Meinung sind das die Meisten dieser Objekte Fragmenten von Asteroiden und Kometen sind. Dafür kann ihre Zusammensetzung bzw. Beschaffenheit dagegen zumindestens teilweise an Hand der auf der Erde gefundener Meteoriten nachvollzogen werden. So gibt es scheinbar welche die Gase enthalten, wie sie in schockartig geschmolzenen Mineralien vorkommen, einige mit sowohl flüchtigen wie auch oxidierten Elementen, kohlenstoffhaltige und welche aus reinem Felsgestein sowie andere die aus Eisen und Gesteinen oder auch nur aus Eisen bestehen. Im allgemeinen hält man sie demzufolge für ursprüngliche Substanzen aus der Anfangszeit des Universums, welche mitunter mit der Zeit auch durch thermale oder eisige Veränderungen umgestaltet worden sind.
Deswegen unterteilt man all diese Objekte auch mittlerweile je nach ihren Bestandteilen in verschiedene Kategorien ein. So gibt es unter anderem Chondriten, die noch weiter in sogenannte Enstatite Chondriten, gewöhnliche Chondriten und kohlenstoffhaltige Chondriten eingeteilt werden. Wobei die Enstatiten, welche sind größtenteils hitzebeständige Elemente enthalten, gewöhnliche haben hingegen eher sowohl flüchtige als auch oxidierte Elemente und die kohlenstoffhaltigen setzen sich hauptsächlich aus flüchtigen Elementen zusammen, die wesentlich stärker oxidiert sind als die der gewöhnlichen.
Andere Typen die scheinbar geologischen Prozessen unterworfen sind oder waren unterteilt man indessen in Achondriten, Eisenmeteoriten und Pallasiten. Wobei diese Achondriten felsige, besonders basalthaltige Objekte sind, welche aus getrennter bzw. neuprozessierter Materie bestehen, die durch das Schmelzen und anschließende rekristallisieren auf oder in einem Ursprungskörper entstanden und auf vulkanische Prozesse hindeuten. Während die Eisenmeteoriten noch weiter in dreizehn Unterklassen eingeteilt werden und hauptsächlich aus Eisen-Nickel-Legierungen mit kleinen Spuren von Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor bestehen. Sie entstanden vermutlich durch Absonderung und Abkühlung geschmolzenen Metalls von weniger dichtem silikathaltigem Materialien. Die Palasiten sind hingegen sehr felsige Objekte, welche sich überwiegend aus Olivin bzw. Silikat-Mineralen zusammensetzen die im wesentlichen in Metalle wie Nickel, Eisen und Magnesium eingebettet sind.
Die Bewegungen der Meteoroiden, Meteoriten und auch Meteore werden nichtsdestoweniger ganz entscheidend von den Anziehungskräften der Planeten und Objekte beeinflusst denen sie zu nahe kommen. Wobei diese Einwirkungen ausschlaggebend dafür sein können, ob sich der entsprechend beeinflusste Himmelskörper zu einem Meteoroid, Meteorit oder Meteor entwickelt.
Übrigens entstehen die Leuchteffekte der Meteore und Meteoriten gar nicht durch Verglühen von Teilchen, da die Luft in der Höhe wo dieses Phänomen sichtbar wird viel zu dünn dafür ist, sondern vielmehr durch die Bewegungsenergie der Elektronen der Luftmoleküle. Durch diese wird ein höheres Energieniveau bewirkt, welches daraufhin ihr Energiepotential als sichtbares Licht abstrahlt. Nebenbei werden infolgedessen außerdem bei anderen Molekülen Elektronen mitgerissen, was einer Ionisierung entspricht, welche sich anschließend wieder mit den Ionen vereinigen und dabei als folge der Rekombination ebenfalls sichtbares Licht abstrahlen.
Die Geräusche die währenddessen mitunter zu hören sind entstehen dessen ungeachtet durch sogenannte niederfrequente Radiowellen, welche durch Verwirbelungen im Plasma um den Meteor entstehen, was man auch als Magnetohydrodynamik bezeichnet.