Quasare

Geschrieben am 01.11.2006 von Conni Kreißl

Quasare sind außerordentlich leuchtstarke Objekte, welche einerseits die Größe unseres Sonnensystems besitzen, aber andererseits 100 Millionen mal stärker leuchten als unsere Sonne, wodurch sie noch in 30 Lichtjahren Entfernung so hell wie unsere Sonne erscheinen. Sie sind die am weitesten entfernten Himmelskörper, welche die Menschheit je entdeckte und dazu noch außerordentlich aktive Galaxien, welche mehr Energie freisetzen als normale Galaxien, da in sich in der Mitte eines sehr Massereichen schwarzes Loch befinden, in das fortwährend Materie hineinstürzt. Dieser Vorgang findet bekanntlich in einer extrem heißen scheibenförmigen Struktur bzw. in einer sogenannten Akkretionsscheibe statt, aus welcher die Strahlung stammt, welche man von den Quasaren empfängt. Man könnte daher sagen, die Quasare sind die Kerne von aktiven Galaxien.
Sie erhielten ihre Bezeichnung, weil man sie anfangs für punktförmige, quasi-stellare Objekte hielt, bis man feststellte das sie doch eigentlich die Zentren von Schwarzen Löchern sind, die gigantische Mengen an Gas, Staub und ganze Sternen verschlingen, wobei sie die hierbei freiwerdenden Energien so hell erstrahlen lassen, das diese oft die komplette Galaxie über blenden.
Sie erscheinen im sichtbaren Bereich des Lichtes nahezu sternförmig und strahlen enorme dabei Energiemengen in bestimmten Wellenlängenbereichen ab. Aus diesem Grunde steht die Bezeichnung Quasar auch für ein QSO, ein Quasi-Stellar Object oder auch für ein Quasi-Stellar Radio Source bzw. eine quasistellare Radioquelle.
Der erste Quasar wurde im Jahr 1963 entdeckt, da es zu dieser Zeit durch die Erfindung der Gravitationslinsen endlich möglich geworden war, die genaue Position der oftmals bereits vorher bekannten Radioquellen zu bestimmen bzw. die zunächst unverständlichen Spektren dieser Objekte zu begründen. Denn diese ist optischen Beobachtungen zufolge bläulich bzw. weist eine starke Rotverschiebung von 0.158 bis 6.43 auf. Während die Radioemissionen mitunter nur sehr schwach auftreten, weshalb man Quasare je nach Stärke der Strahlung. auch inzwischend in radiolaute und radioleise Objekte einteilt. Obwohl das eigentlich nicht richtig ist, da es anscheinend keine wirklichen Klassen, sondern eher einen kontinuierlichen Übergang in Radioeigenschaften gibt.
Quasare selber, sind im Gegensatz zu ihren dazugehörigen Galaxien, trotz ihrer kolossalen Entfernung verhältnismäßig hell und energiereich und nur sehr kurzzeitig hell aufleuchtende Erscheinungen wie etwa Supernovas und Gammastrahlenblitze sind energiereicher. Was wohl an der breitgefächerten elektromagnetischen Strahlung der Quasare liegt, die ziemlich charakteristische Spektren mit sehr breiten Emissionslinien aufweist, was wiederum auf in rascher Bewegung befindliches Gas hindeutet.
Eine sehr interessante Untergruppe der Quasare sind die Blazare, zu denen wiederum die sogenannten Optically Violently Variable (OVV) – Quasare und die BL-Lac-Objekte gehören. Dies sind allesamt Quasare mit besonders raschen und starken Helligkeitsvariationen, deren Winkel zwischen dem Beobachtungsrichtung und der Jetachse nur wenige Grad beträgt. Wodurch die mit annähernd Lichtgeschwindigkeit auf uns zulaufenden Jets ebenfalls in den höchstenergetischen Bereichen des Spektrums bzw. in den Radiowellenlängenbereichen gesehen werden können.
Wobei solche Jets stark gebündelte, hochenergetische Teilchenströme sind, welche in allen Frequenzbereichen strahlen bzw. schmale Strömungen energiereicher Materie sind, die von einem Stern, Galaxie oder Quasar ausgehen. Dabei nutzen sie die intergalaktischen und interstellaren Gase als Quellen für ihre elektromagnetische Strahlung der verschiedensten Wellenlängen.
Im Jahr 2005 wurde sogar ein Quasar entdeckt, zu dem anscheinend keine Galaxie gehört, dessen Wirtsgalaxie also entweder überwiegend aus Dunkler Materie besteht oder sechs mal leuchtschwächer sein muss als die Galaxien um andere Quasare oder aber sehr deutlich kleiner ist als normal. Diese Entdeckung geschah aber eher zufällig als ein internationales Astronomenteam eine ganze Reihe von Quasaren untersuchte, die ihre Energie von einem supermassereichen Schwarzen Loch beziehen welches sich normalerweise inmitten einer Galaxie verbirgt. Bei einem dieser Quasare bzw. beim Quasar HE0450-2958, der rund fünf Milliarden Lichtjahre von uns entfernt ist, konnte trotz größter Anstrengung jedoch keinerlei Galaxie gefunden werden. Da es aber in der Nähe dieses Objektes eine Gaswolke mit einem Durchmesser von 2.500 Lichtjahren gibt, könnte sie das supermassereiche Schwarze Loch mit Material versorgen und so erst zum Quasar werden lassen. Andererseits befindet sich auch eine merkwürdige Galaxie in seiner Nähe, bei der die Astronomen annehmen, das sie erst kürzlich eine Kollision hinter sich hat. Die augenblicklich faszinierendste These die damit in Verbindung bebracht wird ist allerdings immer noch die, das die Wirtsgalaxie des Quasars überwiegend aus Dunkler Materie besteht. Dieser Quasar sich also noch in der Frühphase der normalen Galaxienentwicklung befindet, die bei ihm nur einige Milliarden Jahre später stattfindet als bei den meisten anderen Galaxien.