Schwarze Zwerge

Geschrieben am 12.11.2006 von Conni Kreißl

Die Schwarzen Zwerge sind die kältesten Sterne im Universum bzw. die erkalteten und toten Reste von ausgebrannten Weißen Zwergen. Sie sind nicht sichtbar, da sie bedeutend zu kalt sind um noch sichtbares Licht auszusenden und werden gelegentlich auch als Black Dwarf bezeichnet.
Früher nannte man alle Sterne die zu kühl waren, um das Hauptreihenstadium zu erreichen, Schwarze Zwerge. Heute teilt man diese in die Braune Zwerge, die eher planetenartig sind, aber immer noch soviel Power in ihrem inneren haben um thermonukleare Fusionsprozesse zünden zu können, nur eben nicht genug Masse auf die Waage bringen um die nuklearen Brennprozesse wirklich zu entfachen. Sowie in die tatsächlichen Schwarzen Zwerge, welche offenkundig das Entstadium der Weißen Zwerge darstellen.
Sie sind demnach vollständig erkaltete, tote, dunkle Klumpen, die keinerlei Möglichkeit mehr besitzen irgendwelche Art von Wärme und damit Licht abzugeben, zumal beides in diesem Fall nicht mehr vorhanden ist. Daher sind sie außerdem eine Form von baryonischer bzw. normal nachweisbarer Dunkler Materie und dadurch erwiesenermaßen von entscheidender Bedeutung in der Kosmologie des sogenannten Missing-Mass Problems. Dieses beschäftigt sich nämlich mit der Angelegenheit bzw. der Problematik, das die vollständige Materie des Universums einerseits mit den heutigen Infrarot-Satelliten anhand ihrer Hintergrundstrahlung nachgewiesen und bestimmt werden kann, diese sich andererseits aber in mancher Hinsicht der direkten einfachen Beobachtung und damit auch der Erforschung entzieht.
Sie entstehen erfahrungsgemäß wenn sich ein Weißer Zwerg im Laufe seines Lebens ganz langsam und allmählich abkühlt, wobei die Farbe des Glühens seines abgegebenen Lichts sich demzufolge uneingeschränkt im gleichen Maße schrittweise anfangs von weiß zu gelb, später dann von orange zu rot und schließlich zu schwarz ändert. Wodurch sie sozusagen nahezu unsichtbar werden und infolgedessen mit den Mitteln der beobachtenden Astronomie praktisch nicht mehr wahrnehmbar sind, was ihnen logischerweise auch ihre Bezeichnung einbrachte. Zu diesem Zeitpunkt hat der jeweilige ausgeglühte Weiße Zwerg seine Hülle vollends abgestoßen und keinerlei Kernfusion oder verbleibende Energie mehr. Da diese Weißen Zwerge jedoch bereits ausgesprochen klein sind und eine außerordentlich hohe Dichte besitzen, sind folglich dementsprechend auch die ausgebrannten Übereste nicht sehr groß und von entsprechend extrem hoher Dichte, welche Tonnen pro Kubikzentimeter ausmacht. Während ihre Oberfläche demzufolge meistenteils zehntausendmal kleiner als die unserer Sonne ist.
Schwarzen Zwerge sind zudem ausgesprochen kompakte Himmelskörper bzw. Sternleichen die vom Prinzip her eigentlich gar nicht mehr zu den Sternen gehören.
Sie weisen überwiegend die Größe von Planeten auf, wie die Erde beispielsweise einer ist, aber andererseits auch eine Schwerkraft welche Millionen Zeitabschnitte aufwiegt. Denn die Zeitspanne, welche ein Weißer Zwerg benötigt, liegt im Bereich von bis zu schätzungsweise 50 Milliarden Jahren und unser Universum scheint gerade mal rund 14 Milliarden Jahre alt zu sein. Weswegen die Wahrscheinlichkeit das besonders viele oder überhaupt auch nur einer von diesen Sternkadavern bzw. Schwarzen Zwergen existiert mehr als überdurchschnittlich gering zu sein. Andererseits ist die Möglichkeit der Existenz dieser eisigkalten Körper aus entartetem Gas trotzdem da, obwohl augenblicklich noch keiner direkt nachgewiesen werden konnte. Wobei manche Experten indessen davon ausgehen, das unser Universum wegen seiner Jugendlichkeit noch gar nicht alt genug ist, als das es in ihm schon schwarze Zwerge geben könnte.
Allerdings entdeckte man kürzlich einige massive Objekte aus Dunkler Materie im Halo der Milchstraße, bei denen es noch nicht feststeht ob man sie Schwarzen Zwergen, erkalteten Neutronensternen oder Schwarzen Löcher zuordnen kann.