Weitere Einteilungsmöglichkeiten für Sterne und andere Objekte

Geschrieben am 20.11.2006 von Conni Kreißl

Neben der Einteilung nach Spektralklassen lassen sich Sterne aber auch noch auf andere Weise unterscheiden. Wie beispielsweise Größenklassen, Leuchtkraftklassen und ähnliches, was hier nun näher vorgestellt werden soll.
Größenklassen
Da man anhand der Spektralklassen, die zwar etwas über die Temperatur und Färbung der Sterne aussagen, aber nichts über deren Größe, gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit die Angabe der Spektralklassen mit der Größenklasse zu erweitern. Diese wird im allgemeinen als römische Ziffern geschrieben und hilft den jeweiligen Stern eindeutiger zu beschreiben, allerdings sind Weiße und Schwarze Zwerge von dieser Zuordnung ausgenommen, da sie im Grunde genommen eigentlich keine Sterne, sondern nur deren Überbleibsel sind. Folglich bleiben diese Erweiterungen:
I: für Überriesen, II: für normale Riesen, III: für Unterriesen, IV: für Überzwerge und V: für normale Zwerge der Hauptreihe.
Nebenfolgen der Spektralklassen
Diese Nebenfolgen veranschaulichen die spektralen Besonderheiten in der Hauptreihenfolge der Spektralklassen P, W, Q, N, S, und R, wodurch sie eine eindeutigere Beschreibung des Aussehens anhand der Linien im Spektrum über angehängte Symbole bzw. genauer gesagt kleine Buchstaben ermöglichen. Dabei stehen folgende Erweiterungen wie beispielsweise:
c : für besonders scharfe Linien, comp: für ein zusammengesetztes Spektrum, d: für einen Zwergstern der Hauptreihe, e und em: für Emissionslinien, g: für normale Riesen, k: für starke interstellare CaII-Linien, m: für starke Metalllinien, n: für verwaschene Linien, nn: für sehr verwaschene Linien, p bzw. pec: für Besonderheiten in der Linienintensität, die nur ausführlicher zu beschreiben sind, s: für scharfe Linien, sd: für Unterzwerge, w: für weiße Zwerge und v bzw. var: für ein variables oder veränderliches Spektrum.
Leuchtkraftklassen
Diese Leuchtkraftklassen helfen dem Astrophysiker die Sterne nach physikalischen Kriterien zu klassifizieren. Wobei die wesentliche Kenngröße hiefür nur die Leuchtkraft des jeweiligen Sterns ist, obwohl auch sie gleichsam wie die Größenklassen üblicherweise mit römischen Ziffern gekennzeichnet werden. So teilt man sie, nach dem System von Philip. C. Keenan und William Wilson Morgan folgendermaßen ein:
I: Überriesen, Ia-0, Ia, Iab, Ib: ist eine zusätzliche Unterteilungsart der Überriesen nach der abnehmender Leuchtkraft, II: helle Riesen, III: normale Riesen, IV: Unterriesen, V: Zwerge der Hauptreihe, VI: Unterzwerge und VII: Weiße Zwerge.
Wobei diese Leuchtkraftklasse zudem auch den Entwicklungszustand eines Sternes angibt, da ein Stern in seinem Leben verschiedene Leuchtkraftklassen durchläuft. Trotzdem oder gerade deswegen lässt sich jedoch nur allein mit der Nennung der Leuchtkraft noch keine Aussage über die Leuchtkraftklasse eines Sternes machen. Da hierbei auch physikalische Einheiten wie Masse, Größe und Effektivtemperatur eine wichtige Rolle spielen.
Sternenklassifizierung
Es existiert neben dieser doch recht verwickelten und umständlichen Methode der Einteilung von Sternen, indes noch ein viel einfacheres und wesentlich unkomplizierteres Verfahren. Hierbei werden die Sterne einfach in Einheitliche, Veränderliche und Novas eingeteilt und dementsprechend mit Großbuchstaben-Kürzeln versehen.
Einheitliche Sterne sind dementsprechend die A: Hauptreihensterne, MB: Braunen Zwerge, MO: Blauen Zwerge, MG: Gelben Zwerge, MM: Roten Zwerge, MW: Weißen Zwerge, N: Neutronensterne, RB: Blauen Riesen, RR: Roten Riesen, RU: Roten Überriesen und P: Pulsare sowie Z: Schwarzen Zwerge.
Während die Veränderlichen Sterne eher mit der Typenbezeichnung bzw. dem Kürzel Cli: Bedeckungsveränderliche, Pul: Pulsationsveränderliche und Erp: Eruptionsveränderliche, charakterisiert werden. Und die Novas recht schlicht mit NV: für eine einfache Novae, NZ: für eine Zwergnovae und NS: für eine Supernovae davonkommen.
Anmerkungen:
Allerdings gibt es solche Kennzeichnungen bzw. Kürzel nicht nur für Sterne sondern ebenso für Planeten, Planetensysteme und andere astronomische Objekte, die etwa so aussehen:
Planeteneinteilung
A: Einseitige bzw. Planeten, deren Ausrichtung zum Zentralgestirn fixiert ist, D: Gas-Zwerg bzw. Gasplaneten mit min 80% Gesteinsmasse im Kern, I: Eisplanet bzw. Planeten deren Oberfläche zu 95 % mit Eis bedeckt ist, J: Jovian bzw. Gasriesen über 20 Erdmassen, M: Martian bzw. Planeten mit dünner Atmosphäre mit weniger als 5% Wasser und 5% Eis, R: Gestein bzw. Gesteinsbrocken ohne Atmosphäre, S: Sub-Jovian bzw. Gasriesen unter 20 Erdmassen, T: Terrestrial bzw. Planeten mit Atmosphäre und Hydrosphäre, die zu 5 bis 95% Wasser bedeckt sind, U: Unbekannt bzw. Nicht klassifizierbare Planeten, V: Venusian bzw. Gesteinsbrocken mit Atmosphäre und Temperatur über dem Wassersiedepunkt sowie W: Wasserplanet bzw. Planeten mit Atmosphäre und Hydrosphäre, deren Oberfläche über 95 % mit Wasser bedeckt ist.
Planetensystemeinteilung
Die ist schön winzig, einfach und leicht zu merken, da sie nur die vier Varianten S: für Klein, M: für Mittel, L: für Groß und X: für Extrem, beinhaltet.
Einteilung der weiteren astronomische Objekte
Und auch dieser Art ist nicht viel umfangreicher, weil sie nur die drei Typen E: Exoplaneten, PN: Planetarische Nebel und SLT: Schwarze Löcher, umfasst.