Epilepsie bei Hunden

Geschrieben am 7.03.2006 von Cornelia Kreißl

Ich hätte nie gedacht das es so etwas bei Hunden gibt, bis zu dem Tag vor 4 Jahren, als unser Peppi seinen ersten Anfall hatte. Zuerst wussten wir nicht was er hatte, aber ein Besuch bei Tierarzt brachte Klarheit. Epilepsie, wie schrecklich dachte ich und erkundigte mich überall was zu machen sei. Der Tierarzt wollte ihm starke Medikamente verschreiben, die hätte der kleine Kerl aber sein leben lang nehmen müssen und das ohne die Gewähr das sie auch helfen, das kam für uns überhaupt nicht in Frage. Und ich bin heute noch froh das ich so entschieden habe.
Nach langen Recherchen weiß ich nun, das nur ein Prozent der Menschen aber fünf Prozent der Hunde an dieser Krankheit leiden. Das es eine vererbbare und eine symptomatische Art der Epilepsie gibt, wobei die vererbbare wesentlich öfter auftritt. Die zweite Art wird meist durch verschiedene Ursachen ausgelöst, wie ein Unfall, Traumatische Erlebnisse, Sauerstoffunterversorgung, Unterzuckerung oder einen Hirntumor. Aber beide Arten ob nun vererbt oder anderweitig zugezogen, bei beiden sind die Leidenswege und Krankheitsbilder meistens gleich. Die Ursache der Krankheit ist immer noch unbekannt, man weiß nur das die Anfälle meist plötzlich bzw. spontan auftreten und das während eines Anfalls abnormale elektrische Entladungen im Gehirn auftreten, welche die normale Gehirnfunktion stören und Funktionsstörungen der übererregten Nerven verursachen.
Wir wissen nicht wieso unser Peppi diese Anfälle bekommt, aber wir wissen inzwischen ungefähr wann. Meistens ist er vorher unruhig und kommt ängstlich an einen von uns rangekuschelt, dann nehmen wir den kleinen auf den Arm und sitzen das gemeinsam mit ihm aus. Er verkrampft dabei total, zittert erbärmlich, sabbert furchtbar, ist meist völlig weggetreten und macht auch manchmal unter sich, aber wenn er nach 5 bis 10 Minuten wieder zu sich kommt weiß er das er nicht allein ist. Meist ist er danach noch eine weile völlig verstört und ängstlich und man hat das Gefühl das es ihm peinlich ist, aber das legt sich immer schnell wieder und wir sind für jeden Tag dankbar den er lebt.
Vielleicht ist diese Krankheit bei ihm ja eine Folge seiner schweren Geburt, er war das einzige Junge, wesentlich zu klein, nur so groß wie eine Maus und eine Steißgeburt noch dazu. Er war mehr tot als lebendig als wir ihm eingreifend ans Licht der Welt holten und durch Massagen langsam zum Atmen brachten, aber er hat es überstanden und macht uns jeden Tag Freude. Er brauchte für alles was er lernte etwas länger als es ein normaler Welpe tun würde, hat eine kollabierende Luftröhre (sie ist zu weich und klappt deswegen manchmal zusammen) aber er ist ein Kämpfer und wird es immer bleiben.
Heute wissen wir Epilepsie ist nicht heilbar. Trotzdem geben viele den Tieren Medikamente wie Luminal, Aphenylbarit oder Stesolid mit Wirkstoffen wie zum Beispiel Phenobarbital und Kaliumbromid. Teilweise sind diese so stark das die Tiere an den Medikamenten eingehen und nicht an der Krankheit selber.
Und von dehnen die es überleben werden nur 30% Anfallsfrei, bei weiteren 30% werden die Anfälle gerade mal um etwa 50% reduziert und 40% erweisen sich als Therapieresistent.
Um so dankbarer bin ich heute das ich mich gegen die Behandlung entschieden habe, denn die meisten Hunde von dehnen ich gehört habe das sie behandelt wurden sind nicht älter als 3-4 Jahre alt geworden und unser Peppi ist nun schon 6 und immer noch ein lebenslustiger Hundejunge.