Wie die Schöpfung in 7 bzw. 6 Tagen klappte oder Zeit ist Relativ

Geschrieben am 7.10.2006 von Conni Kreißl

Wenn man die berühmte Formel „Relative Zeit (T2 – T1) = (t2 – t1) [ 1 – ( V/C )] 0,5 von Albert Einstein und den denkwürdigen Ausspruch von Maimonides, dem bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters „Konflikte zwischen Naturwissenschaft und Religion gehen auf Fehldeutungen der Bibel zurück.“ mischt, hat man das was ich hier einmal näher betrachten möchte.
Nun denn, nach Aussage der Bibel wurden Himmel, Erde und alle Geschöpfe in gerade mal 6 Tagen erschaffen, was Wissenschaftlich gesehen aber im drastischen Gegensatz zu allen anerkannten Naturwissenschaftlichen Erkenntnissen steht. Zumindest dann wenn man diese Angabe wörtlich nimmt. Was ist aber wenn man die beschriebenen Ereignisse einfach nur im buchstäblichen Sinn betrachtet, unter der Bedingung das Zeit eben Relativ ist. Ja dann sind diese Darlegungen vermutlich eine wahre und genaue, in mehrere Zeitabschnitte eingeteilte Beschreibung der Geschichte unseres Universums.
Aber wie packten die Bibelschreiber die wahrscheinlich 15 Milliarden Jahre vom Urknall bis zur Schöpfung in 6 Tage? Das ist nicht ganz einfach, zumal 6 mal 24 Stunden um enormen Gegensatz zu 15 Millionen Jahren a 365 Tagen stehen. Dafür gibt es keine Formel oder so was, sondern etwas worauf man gar nicht so einfach kommt.
Nach näherer Betrachtung stimmt der biblische Kalender nach der Schöpfung genau ab dem auftauchen von Adam bzw. ab dem siebenten Tag mit der Chronologie von nachweisbaren naturwissenschaftlich gesicherten Daten überein. Demzufolge ist also nur der erste Teil der Bibel zeitmäßig etwas aufbereitet worden. Was jedoch bei genauerer Betrachtung ebenso wenig stimmt, da der dort als Tag bezeichnete Zeitraum möglicherweise nur falsch übersetzt wurde. Denn im Wörterbuch findet man unter dem im original verwendeten Ausdruck, der als feste Wendung in vielen Bibelübersetzungen wiedergegeben wird, die Bezeichnung "zu der Zeit, als".
Andererseits könnte es sich gleichermaßen um so eine Art theoretische Zeitkompensierung handeln, wenn man den Bibelspruch bzw. den Psalm 90,4 „Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.“ näher betrachtet. Mit diesem Vers könnte gegebenenfalls auch die Möglichkeit veranschaulicht worden sein, das die Wahrnehmung der Zeit je nach Standpunkt unterschiedlich sein kann, sie demnach also nur scheinbar unterschiedlich schnell abläuft. Was wiederum an Einsteins oben erwähnte Zeitdehnungstheorie erinnert die besagt, das tausend oder sogar eine Milliarde von Jahren, in einem anderen Bezugssystem wie ein einzelner Tag erscheinen können.
Nicht umsonst weiß man durch Einstein, das es unmöglich ist in einem sich ausdehnenden Universum die Zeit zu veranschaulichen die während eines Ablaufs von Ereignissen abläuft, wenn man sie aus einem anderen Universum wahrnimmt. Da die Unterschiede in Bewegung und Anziehungskraft zwischen den Universen diesen Zeitablauf zu einer örtlich begrenzten Angelegenheit machen. Was vereinfacht heißt, das die Zeit von einem Ort zum anderen unterschiedlich abläuft, da das Raum-Zeit-Bezugsystem von Ort zu Ort anders ist bzw. die Krümmung von Raum und Zeit sich unterscheidet.
Weswegen man die Bibelgeschichte schon wieder in einem anderen Licht sehen kann, da Gott unser Universum darin erst entwickelte, es zu diesem Zeitpunkt also noch nicht da war und er demnach auch keinen Bezug dazu haben konnte. Dieser Umstand änderte sich erst mit Adams erscheinen, da dies wahrscheinlich Gottes Beziehung zum Universum vollständig änderte. Weshalb nach dem Erscheinen von Adam auch die Ruhepause bzw. der Sabbat folgt, um das im Verlauf der ersten 6 Tage geschaffene klar von dem was nach Adam folgte zu trennen. Dadurch markiert dieser siebente Tag den Beginn des neuen Zeitlich unserem angepassten Kalenders.
Während die Bibel mit „Am Anfang...“ beim Urknall also der Entstehung unseres Universums beginnt und alles was davor war im Dunkeln lässt. Damals waren die Materie und der Raum unglaublich verdichtet und es herrschten Temperaturen die weit über 1032 Grad Celsius lagen. Sie waren also 10.000.000 Milliarden mal heißer als die Sonne heutige, wodurch unheimlich viel Energie freigesetzt wurde, was aber ebenso den Ablauf der Zeit beeinflusste. Weshalb allein schon der Absatz „Und es war Abend und es ward Morgen, Tag eins“ eine vollkommen andere Bedeutung hat, als in ihn hineininterpretiert wird. Den dieser erste Abschnitt begann mit dem Urknall, welcher die Ausdehnung zur Folge hatte die den Druck minderte, ging dann mit der Entstehung von Himmelskörpern weiter und endete mit der Schaffung von Licht bzw. Tag und Nacht.
Im zweiten Abschnitt bildete sich eine Atmosphäre bzw. biblisch Ausgedrückt der Himmel und im dritten wurde das Wasser von der Erde getrennt bzw. die Meere und Landmassen entstanden und damit auch die Pflanzenwelt. Erst dann im vierten Abschnitt entstand nach der biblischen Geschichte das Nächtliche Himmelsgewölbe bzw. die Planeten, Monde und unsere Sonne. Die Planeten hatten zu diesem Zeitpunkt also ihre heutige Konsistenz, Form und Position erlangt. Erst danach im fünften Abschnitt entwickelte sich das Leben im Wasser und auf dem Land, so das dann am sechsten Tag der Mensch auftauchen konnte.
Zwischen jedem dieser Abschnitte steht aber der Absatz „Und es war Abend und es ward Morgen, Tag..“, als deutliche Abgrenzung des jeweiligen Abschnitts, wobei all diese Etappen geschichtlich bzw. Naturwissenschaftlich gesehen immer kürzer werden bis sie sich Schluss endlich an die normalerweise übliche Zeitrechnung anpassen.
Andererseits heißt Abend auf hebräisch erev, was eigentlich „Durcheinander, im Zustand der Unordnung befindlich“ bedeutet und Morgen heißt auf hebräisch boqer, was eigentlich soviel wie „wahrnehmbar, erkennbar, geordnet“ heißt. Weswegen dieser entsprechende Passus jeweils auch anders übersetzt, einen Teilabschnitt der Unordnung zur Ordnung, abgrenzen könnte. Während das immer wieder auftauchende „Es war gut“ anscheinend anzeigen sollte das dieser Abschnitt dauerhaft erledigt war.
Wie auch immer, Zeit ist relativ und 6 Tage können demnach auch 15 Milliarden Jahre lang sein.